so frühe

ferien, irre. aber gut, für jetzt. frei. und einen schönen bücherstapel dabei. ah, ich freu mich so –

 

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Im Juni

zufällig bei brüllen gelandet, ach eine monatsvorschau!  um dem juni seinen schrecken zu nehmen, ist das vielleicht ganz gut. für mich.

im juni werde ich

  • zu entsetzlichen zeiten arbeiten, morgens früh, abends spät mit hohler pause mittendrin
  • irgendwie versuchen, die anforderungen meiner chefin zu erfüllen ohne irr zu werden
  • lesen, gerade wieder (nach 20 jahren) martin amis
  • versuchen die bbc serie ghosts irgendwo zu kucken
  • alle kinderveranstaltungen besuchen, die irgendwie möglich sind: hortfest neuer hort, vorsingen kind eins, abschied lehrerin kind zwei, fussballturnier kind eins, abschied kinder aus klasse kind eins, grillen abschied kind aus klasse kind zwei…. und zum reiten gehen auch. und war da noch irgendwo ein sommerfest?
  • vielleicht einmal vor die tür mit dem michel, wenn der babysitter wieder aus den tiefen seiner bachelorarbeit auftaucht
  • ein paket irgendwo abholen
  • an sport denken
  • schöne grüne sachen kochen und essen
  • putzlappen in blau braun und orange stricken und an c. schicken
  • ein langes wochenende auf dem land sein
  • mit dem kind die vegetarischen wochen vorbereiten
  • schwimmen gehen, in seen, in der spree und im schwimming/prinzen vielleicht auch
  • bisschen besuch bekommen, nur ein bisschen
  • anträge fertig und
  • steuerunterlagen fertig (ach wenigstens die wege/kilometer/fahrtkostensache)
  • osteopathie, hehe! wäre eigentlich die nummer eins
  • einen zahnarzttermin absolvieren und neue ausmachen
  • vielleicht ein sommerlieblingslied finden
  • klamotten wegwerfen, jaja, sie kommen in die verschenkekiste, nicht in den müll
  • netter sein zu den menschen (meiner familie, freunden, kollegen, nachbarn) als noch im mai
  • weniger alkohol trinken als im mai. ach, vielleicht auch mehr. egal.
  • zum optiker gehen wegen neuer gläser und
  • einen frisörtermin ausmachen, oh, noch vor den ferien wäre schön

wie ich das so sehe – manche termine werde ich einfach absagen. kann nicht. keine weitere begründung.

oh, und jetzt noch ein bier aufm balkon.

 

vorhaben, ach die –

habe ich immer wieder, again and again, aber das ist auch nicht schlecht. ich nehme mir sachen vor, die dazu führen sollen, dass mein leben schöner wird und ich ein besserer mensch bin, das vergesse ich alles, na, das meiste, auf halber strecke. ich halte ein schläfchen und nach dem aufwachen gehts wieder von vorn. guten morgen.

ein vorhaben: mehr rotwein trinken so übers jahr. ob ich heute DAMIT anfange?

derzeit spüre ich, dass manche dinge sehr in den hintergrund treten. und ich mich in vielem eingefahren habe. wo das hinführt weiss ich nicht. liegt das an der lebensmitte, der anzahl an jahren, die schon hinter mir liegen und mir sentimentale schübe geben dann und wann? eingefahren, jaja.

zur zeit ist mein gemütszustand nicht allzu gut, ich stehe ständig unter strom und bin immerzu angestrengt, kann nie richtig runterfahren. ja, ich mache yoga und gehe abends eine runde raus, lese, grabe im garten – alles dinge, die mich mordsmässig runterbringen. aber bis auf null geht gerade nicht. woran das liegt? es gibt ein paar anstrengungen, ein paar unsicherheiten in meinem leben, die sich erst im laufe der nächsten wochen legen /klären werden und solange stehe ich unter strom. habe wenig raum für freunde zum beispiel. derzeit habe ich kaum soziale kontakte. ich treffe hin und wieder eine freundin. das ist schön, lustig, seelenvoll. ich rede viel mit dem michel. ich habe alltagskontakte über job und kinder, die sind nett, meist unverbindlich aber nicht doof. und genug.

mehr geht gerade nicht. hoffe nur, das geht auch wieder rückwärts. oder vorwärts, oder ach, in irgendeine richtung.

persönlichkeit dank youtube

diese woche „zwei familien auf weltreise“ im kino mit anwesenden familien. zum einen, weil nichts anderes kam in den kinos um uns herum und zum anderen, weil wir im winter auch auf reisen gehen. nicht um die ganze welt, aber ein bisschen wollen wir unseren horizont dehnen und was neues sehen.

aber diese premiere. ich erinnerte mich während des films daran, dass ich den einen blog sechspaarschuhe schon mal durchgekuckt hatte: hübsche kinder, hübsche fotos. auch im film. dazu immer musik wie in einem dreiminutenspot. das war nervig, aber auszuhalten. es war süss, die kinder/erzählstimme sehr schön, auch eine schöne idee, diese kinderperspektive. und doch: das gefühl, da werden die kinder benutzt, um die zuschauer zu locken. die reise der familie hat mir gut gefallen (tasmanien!).

dann die andere, etwas kleinere, familie. benni und sandy. wow. plattheiten vom feinsten. das ist aber dreckig hier, morgen zieh ich mir andere schuhe an. die könnten ruhig mal ein bisschen aufräumen. wie nett die sind. ich habe dann auch das seminar persönlichkeitsentwicklung gemacht – nein, das sind nur erinnerungszitate, ich habe nicht mitgeschrieben. das junge paar hat die reise schon per youtube gezeigt, so wirken die filmchen auch, springen und küssen im wasserfall und ein ewiges reden über die transformation und die entwicklung. ich dachte: was ist nur passiert? es haben sich zwei junge menschen frei gemacht von einem bumslangweiligen 9 to 5 leben irgendwo in deutschland. das wars. sie haben sich ein ticket gekauft und nun reisen sie in ländern umher, wo die leute wenig geld haben und freundlich sind. und sie sich mit ihrem kleinen weissen kind sehr willkommen fühlen und viel mitnehmen. yogakurse vielleicht und die erkenntnis, daß die welt groß ist.  im film sagt benni:  danke youtube für die persönlichkeitsentwicklung. im kino hat keiner gelacht. ich war entsetzt. leider hatten wir am ende so gar keine lust mehr auf das gerede, ich habe es mir danach so schön vorgestellt, die frage zu stellen: wie geht das: persönlichkeitsentwicklung mit youtube?

warum nervt mich das so, hm? dieses sich und sein kleines leben feiern? auf der website coaching anbieten weil man ein wenig rumgereist ist und sich mit sich selbst beschäftigt. ich frage mich: wer will das wissen? es sind vermutlich einige leute, das kino war voll und keiner hat gelacht bei… s.o.

auch: ich habe mich an meine erste fernreise erinnert, wo immer die frage war: wie lange, woher, wohin? und viele dieser leute eine kaffeefahrtmentalität hatten und sich wie bessere menschen fühlten: weil: von allem viel & lange. vielleicht ists auch diese südostasienreiseszene. der film weit z.b. war ganz anders. besser. schöner. tiefer. weiter. ein RICHTIGER weltreisefilm.

so jetzt reichts. gute nacht.

 

gardening

und frühling. wie wunderwunderwunderschön das ist.

heute: erde sterilisieren. seit ich innerhäuslich auf dem grünpflanzenzug sitze, habe ich trauermücken. meinen meist robusten pflanzen macht das nicht so viel aus, ich topfe sie um, versehe sie mit gelbsteckern und gut. aber meine kleinen zarten sämlinge für später draussen beim richtigen gärtnern, ah, die vertragen das nicht. also erde in den backofen vor der nutzung. puh.

das mit dem garten ist so eine sache: er ist in brandenburg (meine oma: klar haben die alle pferde, dort wächst ja nichts) und die erde ist sand. der vorpächter des gartens hat ihn wohl eher als müllkippe genutzt und dabei unter dem krummen kirschbaum kette geraucht. egal. ich liebe ihn. den garten. und jedes jahr keimt in mir die hoffnung auf ein blühendes wunder. auf kartoffeln und erbsen und bohnen und tomaten und gurken. die ernte besteht in der regel aus: zwei handvoll tomaten, einem korb kartoffeln und ach, so hier und da ein paar johannisbeeren. ich hasse johannisbeeren. egal. schön rot. ich betreibe bodenpflege mit kompost und mehr kompost und kalk und ton und messe den ph-wert und säe phacelia und lupinen und. ja, die sonnenblumen sind wirklich schön jedes jahr. und die pimpinelle nimmt mittlerweile 1/3 der fläche ein. würde ich alle ameisen zusammenkarren, hätte ich einen hügel von der grösse des kreuzbergs. also im verhältnis zu unserer gartenfläche.

meine gärtnerinnenmisserfolge liegen natürlich auch am nicht-wissen und am wassermangel. es ist ja ein garten weit draussen und unter der woche müssen die pflanzen warten bis jemand am wochenende kommt und giesst, wenn der liebe gott es nicht tut. bin ich nicht da, tun das auch die nachbarn/mit dem lieben gott, sehr nett, das. so kann ich dieses jahr vielleicht eine gurke ernten!

ich beneide meine freundin in england ein wenig um ihr „lottie“, das ist ein wundervoller streifen land mitten in der stadt, aber so lush und schön – drumherum andere gärten mit selbstgezimmerten gewächshäusern und einer wundervollen auswahl an pflanzen. sie kann alles überwintern lassen was mir im brandenburger sand erfriert, auch wenn die winter nur noch zwei wochen dauern. und: sie hat keinen brandenburger sand, sondern erde. auch wenn der selbsternannte vizevizevize-vorsitzende, der den kleinen laden am rande der schrebergärten betreibt, mit seinem elektrorollstuhl durch die anlage fetzt und alle anmeckert oder auch anfährt, die er nicht kennt. er sieht aus wie aus „little britain“ und man sollte ihm wirklich aus dem weg gehen – im schutze des gewächshauses kann man dann über ihn kichern. und sich überlegen, ob er auch beim „naked gardening day“ mitmacht.

so. lage eins der erde ist fertig. ich muss ran.

days go by –

einen tag blau gemacht und raus gefahren. alleine. auf einer wiese in der sonne gesessen, tee aus der thermoskanne. mit mir selbst geredet. ein paar zweige mit nachhause genommen.

einmal abends ferngesehn. es kam kieszlowskis drei farben blau. oh, das ist so lange her! ich war völlig verzaubert von diesen filmen damals. drei farben. und: die zwei leben der veronika.

im kino gewesen: the favourite. ein toller film. alles fein, aber das beste war das danach durch die stadt radeln. mit diesen nach-den-kino-augen. alles sieht aus wie ein film-still. auch: wundervolles licht, vom nachtleben müde strassen. und: dass olivia coleman den oscar bekommen hat! yay!

einen versuch mit hörbüchern gemacht. banana yoshimoto kitchen (was ich sehr mochte vor hundert jahren) von jessica schwarz gelesen. ich mag jessica schwarz stimme. leider sagt sie dräumen statt träumen und blatz statt platz. und liest einfach nur ganz schön vor. ich bin eingeschlafen. dann herta müller der mensch ist ein fasan auf der welt. matthias brandt, ganz wunderschöne stimme und das lesen auch. leider heisst die figur windisch oder so. unerträglich, in jedem zweiten satz dieser name. es hätte schön sein können.

und jetzt wirklich ulrike draesner: eine frau wird älter besorgt und angefangen.

also weiter –

 

superheldin 2

Bildergebnis für agnes vardaBildergebnis für agnes vardaBildergebnis für agnes vardaBildergebnis für agnes varda

verpasst. da fräse ich einmal das berlinale programm nicht durch – ja, vorbei sind ohnehin die tage, an denen ich mich morgens um sechs in die kassenschlange setze um karten zu bekommen für genau die filme, die ich mir ausgesucht habe – und das jeden tag und jeden tag filme, zwischendrin rumstehen, quatschen, ein bier, zwei und in einer eiseskälte nachhause –

da kommt meine supersuperheldin agnes varda nach berlin. ich bewundere agnes varda seit den 80ern. ich war schrecklich berührt von vogelfrei, von dem jane birkin portrait, ein paar ältere filme gesehen von ihr und zuletzt zufällig einen kurzen film über die cote d’azur. mein herz ging auf: diese erzählweise, stimme, dieser wundervolle humor – ah, agnes varda ist wirklich eine person, die ich einfach mal gerne als person gesehen hätte. eine sekunde über den teppich. oder irgendwo stehen und mit jemandem reden. nu hab ich sie verpasst, das ist schrecklich schade. bleibt mir nur, einfach so ins blaue herein von ihr zu schwärmen.

(foto ausm netz: los angeles review of books)