im mai

das ist ein sehr komischer monat dieses jahr. sehr. die obstbaumblüte ist vorbei, und ich könnte weinen bei dem gedanken, ich habe viel zu wenig davon mitbekommen, nicht happy unter blühenden bäumen gestanden und das heruntergewehte bestaunt ein paar tage später. das tue ich sonst. ich habe es versäumt. sonst habe ich bestimmtbestimmt auch sehr viel versäumt. z.b. meinen kalender gescheit zu führen.

getan: geburtstag gefeiert, gartensachen, schulsachen (mit kind 1 und 2),  einen teil des bücherregals sortiert, bücher aussortiert

gegessen: quiches, salat, erbsensuppe

getrunken: kräutertee und sekt

gelacht: habe ich gelacht? wenn ja, worüber bitte?

gefreut: über nachrichten von freundinnen und die netten gartennachbarn

geärgert: über computerspieldiskussionen und allgemeinheit: frage: gibt es skeptische und zugleich positive stimmen zu             computerspielnutzung?

gewundert: über konfliktpotential rund um computerspiele und homeschooling

gesehen: working moms 4 (gähn), systemsprenger (he!)

gelesen: anna hope: expectation, patricia cammarata: 30 minuten…, philippa perry: das buch, von dem du dir wünschst, deine eltern hätten es gelesen

gehört: eine traumhafte alte misch cd, von kind 2 im auto ausgegraben

gekauft: eine jeans und pflanzen

geplant: vergangenheitsbewältigung

gewünscht: vergangenheitsbewältigung und zwei neue backformen und mal wieder flohmarkt und sport mit anderen für kind 1 und 2

 

nach einer idee von frl julia

bücherregal

lange wars billy im flur, 3 grosse regale. mein berliner flur war perfekt dafür. jetzt ist der flur anders und die billies hingen mir ein wenig aus dem hals. waren auch nicht tief genug für eine doppelreihe oder auch mal fürs bücher quer vor die eine reihe legen. es ist nun ein anderes billo regal geworden, das aber besser passt. derzeit stehen alle bücher auch im wohnzimmer. ein stapel neben dem bett, ein paar kochbücher in der küche.

neulich habe ich eine kolumne gelesen, wo war das noch, über hobby büchersortieren. ja, dachte ich, auch mir tut das gut, so gut wie ein vollbad manchmal, manchmal ist es einfach ein erfüllter abend oder nachmittag: alleinesein, was zu trinken, rotwein, bier oder kräutertee, musik und bücher sortieren. meine sortierung ändert sich nicht so wesentlich. ich mochte noch nie alphabetisch sortierte regale und farblich sortierte stossen mich ab. bücherregale sind meistens schön, da muss ich nicht mit den farben kokettieren. naja.

wie ich sortiere? nach sprache, nach originalsprache und vielleicht region. wenn ich das gefühl habe ein japanisches hat mit einem schottischen echt viel gemein, würde ich die beiden auch zusammenstellen. aber auch nur, wenn das japanische sich aus seiner umgebung lösen lässt. paris in den 20er jahren gehört zusammen und sachen von der gruppe 45. weil das auch starke, superintensive lesephasen meines lebens waren kann ich die nicht auseinanderstellen. meine liebsten sind die durcheinander-fächer, bücher die anderswo untergehen oder für die ich keine gruppe finde. unbedingt gut zusammenpassen tun sie nicht.

ich habe superwenig bücher aus osteuropa, auch aus frankreich oder italien nicht viele. englische und deutsche literatur, zeitgenössisches und 20. jahrhundert ist das ding, wobei sich viele viele übersetzte amerikanische romane finden, auch wenn ich in letzter zeit es eher vermeide, amerikanische romane zu lesen: die amerikanische welt hängt mir ein wenig aus dem hals. und: je mehr ich davon lese, desto mehr wird sie teil meines allgemeinen wissens über die welt. und will ich so viel vom amerikanischen alltag wissen und will ich mich einfühlen? manchmal echt nicht. aber meine buchkäufe sind oft auch spontankäufe und in den buchhandlungen liegen immer anteilsmässig so viel mehr amerikanische romane als alles andere, die überwältigen mich dann. ja, okeh, ganz willenlos bin ich nicht, aber es fuchst mich, dass ich nicht eine ähnliche auswahl habe bei romanen aus anderen ländern. da werden dann nur die superbestseller übersetzt oder die ganz speziellen und landen dann im buchladen. das ist mein eindruck. auch bin ich nicht so eine disziplinierte leserin und  suche mir gezielt romane aus ungarn oder island und erarbeite/erlese mir andere kulturelle horizonte und andere gesellschaften. mach ich auch nicht. also werde ich weiter ein wenig rumnölen und eher an der bücherordnung arbeiten als an der paritätischen zusammensetzung –

 

vorher nachher

gestern mit ein paar leuten im park mit grossem abstand. aber seit langer zeit mal wieder in einer kleinen gruppe. über vorher nachher gesprochen und andere schlaue dinge dazwischen. ich habe vornehmlich getrunken und auf dem nachhauseweg gemerkt, wieder einmal, dass ich gar nicht so gerne mit vielen leuten bin. könnte ich frei wählen, würde ich auf einem berg in einer hütte leben. mit ein paar tieren und einem mords ausblick. alpen, dolomiten, highlands oder so. und kontakten zum was kaufen hier und da, beim tiere hüten oder auf der post. funktionierendes internet wäre schön und auch eine familie, einen liebsten und kinder.

zu corona habe ich täglich ein anderes verhältnis und wechselnde gefühle auch. in öffentlichen verkehrsmitteln finde ich masken supi, jetzt, wo alles wieder sehr schnell sehr voll wird. ich fühle mich geschützter, wenn ich mit einem stück stoff vor der nase herumlaufe, auch wenn das untersuchungen widerlegen mögen, ist mir egal.

ich leide aber auch nicht so sehr unter den einschränkungen/habe nicht sehr darunter gelitten bisher. ich arbeite und muss da etwas umgestalten, das hat ein wenig geknirscht zu anfang, aber nun geht das einigermassen. mein freund arbeitet auch nur ausser haus, wir haben uns schon immer alles geteilt: beide arbeiten teilzeit, ich hatte ein paar stunden mehr, die ich nun reduziert habe, davon können wir leben. wir können gut sparsam leben, beide, unabhängig voneinander. wir teilen uns haushalt und kinder, schon immer.

derzeit gehen wir sorgfältiger und aufmerksamer mit der zeit des anderen um, nehmen uns beide freie zeiten vom zusammensein. das ist sehr notwendig, ja, wir streiten und hangeln uns um vieles vieles vieles und unsere verschiedenheiten treten gerade so deutlich zutage. unser sohn in der pubertät ist ein schatz, aber er verändert sich und wir eltern gehen so unterschiedlich damit um, das macht es oft ziemlich schwierig und wir wissen oft nicht weiter und finden keinen feinen kompromiss. das kind hält das noch aus, ist aber doch schon häufig genervt von seinen „stressigen“ eltern –

was sehr schön ist durch die wochen: der konsumdruck ist wenig. ich kaufe lebensmittel und mal was im drogeriemarkt, ne zeitung und bücher. dinge die ich/wir notwendig brauchen, bestelle ich mal online. eine freundin von mir verschenkt gerade nur selbstgemachtes aus dem garten/gewächshaus. pflanzen, kompost, blumenranken. fundstücke aus den vielen kisten die vor den häusern stehen, ersetzen flohmarktrunden. doch, das vermisse ich. flohmärkte, bisschen ausgehen: rumstehen und kucken und trinken.

hier ist es wieder abends ruhig auf den strassen. dieses viertel hat sich in den letzten jahren so schnell verändert, von einem etwas faden und an manchen ecken düsteren viertel hin zu superduperhip, jede/r will hier sein – was zuweilen nervt und sehr anstrengend sein kann.

at home ist es mir gelungen, endlich von den 100 schwarzen und grauen shirts die ich besitze, die hälfte auszusortieren. auf alten ferienfotos, die wir neulich angekuckt haben, die kinder waren baby/kleinkind, haben wir genau die klamotten an, die wir heute noch tragen. wir sind etwas erschrocken, nicht, dass ich für saisonwechsel-garderobewechsel bin, aber die ollen shirts weg und das hemd, das an der schulter ein loch und an der seite einen komischen fleck hat, trotz des tollen stoffs und der superfarbe einfach wegzutun ist auch gut. danke liebes nachtblaue hemd, ich hatte hammerferien mit dir! und sommertage!

und sonst – ist einfach wunderschöner frühling. es gibt wildkräutersalat und birdwatching und einen hübschen roman (anna hope: expectation). und sogar regen!

langes wochenende

was freu ich mich! habe das glück, raus ins grüne fahren zu können. und das bei etwas trübem frühlingswetter. heute mein lieblingswetter. gestern war ich im buchladen, auch ein traum. bis auf die security, die mir hinterherlief und warnte, war es schön und ich habe ein buch gekauft, weil es schöner war als alles andere, eisfuchs heisst es. das werde ich lesen. oder den kindern (den grossen) im garten vorlesen. oder mich damit vergraben im bett. ich freu mich so! auch, weil meine nebenhöhlenschmerzen weniger sind, und ich insgesamt das gefühl habe, dass der kopf freier ist.

weitere auf mich wartende freuden:

  • den gartennachbarn winken
  • barfuss über eine wiese
  • nach den bibern schauen
  • wieder kaffee nach einer abstinenten woche

und danach eine nacht alleine in berlin sein. weil der rest noch draussen bleibt. diese freude wage ich gar nicht, mir auszumalen….

 

dinge

schöne dinge. die welt draussen ist bizarr: frühlingserwachen und wilde spaziergänger, mundschutz und abstand und eine komische ruhe, die ab und an durch fastforward unterbrochen wird. so mein gefühl. ich wurde bereits von polizei und ordnungsamt befragt und auch beschimpft, bleib zuhause und stromere nicht hier bei uns rum!

ok, schöne dinge: ich höre frazey ford. traumschön. ihre videos mag ich auch so sehr. am liebsten the kids are having none of it und done ich mag so wie sie tanzt und die girls und ladies dazu.

floor, ja, diese kinderserie die regeln von floor! makes my day every day. gerade ist meine lieblingsepisode, ja, gothic, aber minimalismus gefällt mir auch ganz schön gut.

heute früh ein interview auf radio eins gehört (das interview war schlecht, aber der interviewte hat mir gut gefallen), wilhelm heitmeyer, oh, es gibt bücher von ihm: deutsche zustände! heisst eine serie, die er herausgegeben hat und ich bin so scharf auf diese denke. ich fange mal mit ost-west an.

gelesen: tomas tranströmer: erinnerungen sehen mich. an einem morgen so früh aufgewacht und solange gelesen bis es kaffee gab… sehr sehr schön. die sonne schien auch. ein gedichtband liegt hier ungelesen, freu mich schon auf einen anderen morgen. mich ziehts gerade zu nordeuropäischen autorinnen – wobei ich mich überhaupt nicht auskenne dort. auch schade, dass mir die nur selten in die hände fallen. ich muss mal besser suchen (plan).

was mir gefällt: das corona tagebuch bei 54 books. das ist schöne lektüre, nach dem frühstück, wenn die kinder am küchentisch sitzen und mit ihren aufgaben anfangen. dann kann ich mich für 10 minuten davonstehlen und einen kaffee vor der kiste haben. nach 10 minuten (spätestens) mammmmaaaa! wie geht das? was muss ich da machen? jaja, homeschooling geht mir auf die nerven. wir haben nicht einmal anspruchsvolle oder schrecklich viele aufgaben. das hält sich hier in grenzen. na, macht das motivieren auch nicht einfacher.

als erwachsenending kucke ich gerade sex education bei netflix. das ist superschön englisch. und ich liebe gillian anderson, schon und für immer. und ola und otis und maeve und hehe! eric. das ist ein wenig wieder-teenager-sein. es ist nicht ganz ein erwachsenending, ok.

konsummässig läuft hier nicht viel. das ist toll. nur supermarkt und drogerie. keine schnuckiläden und kein onlineshopping ausser blumensamen. und turnschuhe fürs kind.

das foto ist vom tascheninhalt der winterjacke von kind zwo.

 

futur III

ich möchte kette rauchen ohne folgen. nen SCHÖNEN fetten roman lesen, nicht zu sehr, unter 270 seiten oder noch einmal das aufregende gefühl bei den ersten seiten des goldenen notizbuchs oder bei nachricht von der anderen seite der strasse oder bei under the net. im bett. alleine sein, alleine sein, IN der wohnung und nicht auf der strasse. ich möchte nicht arbeiten müssen. nur wenn ich will, dann was gutes zu tun haben. ich möchte wieder soviel sport gemacht haben, dass ich eine dreiviertelstunde joggen kann und mein blauer bikini suuuuper aussieht. wo ist eigentlich mein blauer bikini? ich möchte echt entspannt und nett sein können mit leuten. wenn ich schlechte laune habe geht das nicht. ich möchte keine schlechte laune mehr haben. ich möchte dass das essen was ich koche immer so schmeckt wie ich mir das vorstelle, bevor ich es anfange zu kochen. ich möchte nicht am rande eines parks wohnen. ich möchte ferien in einer hütte an einem einsamen bergsee machen. aber nichts dorthin schleppen müssen. ich möchte das glück beim hören einer perfekten mischcassette noch einmal genau so erleben wie vor hundert jahren. ich möchte mein osternest gefunden haben und bevor ich in die hasenohren beisse,  jemanden der mir kaffee kocht und bringt. mir JETZT kaffee kocht und bringt. schöne tage!

we love

floor

wir schauen manche schon zum zweiten mal. heute gleich zweimal hintereinander: gothic. auch sehr beliebt hier: familienfoto. das miamädchen liebt: badeanzug und männer die fischen gehn. muss weiterkucken.