leserei

ja, so trübe wie das foto war auch die leserei in den vergangenen wochen. was fehlt ist: antonia baum: stillleben und eva lohmann: 8 wochen verrückt. letzteres habe ich aus der verschenkekiste gegenüber, dort habe ich es auch nach fünfzig seiten schnell wieder hingelegt. unnötiges buch.

antonia baum stillleben hat mir gut gefallen. zu anfang musste ich mich doch sehr an den stil gewöhnen, ich fand diese immer wieder auftauchenden englischen wörter und begriffe sehr affig. dies hat mir die lektüre wirklich verleidet. zum glück habe ich weitergelesen. weil: die gedanken über mutter- und frausein und gesellschaftliche verhältnisse gehen einmal in eine neue andere richtung und haben mein nachdenken besser gemacht.

schön war celeste ng: was ich euch nicht erzählte und mariana leky: was man von hier aus sehen kann – schön und süss geschrieben das buch von mariana leky aber für mich doch scharf am kitsch vorbei am ende. auch kitsch ab seite 50: lars mytting: die birken wissens noch. es war leider das einzige was ich auf einer 8-stündigen zugfahrt zu lesen hatte. ja, ich reise ohne smartphone und ohne unterhaltungselektronische geräte.

annie ernaux: die jahre lese ich noch. häppchenweise. mehr ertrage ich nicht, es macht mich sooo traurig. irgendwie dichter habe ich mir erling kagge: stille gedacht. es liest sich so, es sind nette gedanken, es könnte ein längerer artikel im geo sein. schade. es sieht so hübsch aus und es ist so gross: stille. ganz gut ist the outrun, aber auch da habe ich die letzten fünfzig seiten nicht mehr gelesen.

also insgesamt, viel leserei, aber wenig wirklich anregendes und tolles. kein durchhaltevermögen dieses mal. und der schwung vom anfang des jahres ist etwas verlorengegangen. aber jetzt gleich: ferien! und mich durch ein dickes, sehr dickes buchpaket fressen. mmmh

 

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schön

wars im juni. es ist sommer. so ein sommer nach dessen ende ich den herbst sehr sehnsüchtig und sonnensatt begrüssen werde. die kinder essen eis, schlafen nackig und sind rundum entzückend. ich hatte frei ein paar tage und war alleine unterwegs, und es war so lustig. also da waren schon andere leute, mit denen es lustig war. lustigsein ist meine schokolade.

sonst ist der juni verpufft in der hitze. so scheints mir. es ging alles so schnell. gute nacht!

 

öfter mal

 

  • blau machen
  • alleine an einen see, schwimmen und gut und nicht mit rumliegen aufhalten
  • laut musik hören
  • postkarten schreiben
  • steak essen
  • fotos von freunden machen, richtige von richtigen, nicht so lustige knipsies
  • schnell fahren
  • auf einem kirschbaum sitzen und erst wieder runterkommen, wenn keine kirschen mehr erreichbar sind
  • gar nicht in den spiegel schauen, den ganzen tag nicht
  • nachbarn die du scheisse findest sehr laut grüssen
  • nachbarn die du scheisse findest anstarren und nicht grüssen
  • einen zweig von draussen mitnehmen
  • träume bis ins detail erzählen am morgen
  • telefon aus
  • mit pflanzen reden

mai

dieser frühling der ein sommer ist –

* flieder * popmusik: elastica & blur – jaja alte wundervolle popsongs! * mässige lust zu arbeiten* in der badewanne liegen und lesen* gartenkram und entzücken! wie das alles wächst! * kräutersalat unendlich * ein tolles konzert: baxter dury * lust auf theater * und auf draussensein * artischockenpflanzen pflanzen * freundschaftsmüde * alleinesein und zeit haben * dicke frühlingsblumensträusse * schokokekse * gentrifizierungserschrecken: wann frage ich mich wirklich, ob ich noch hierher passe?* gentrifizierungstraurigkeit: über so vieles, was einfach verschwindet, cafes, restos und loft/hinterhof/altbauseligem wohnen platz macht * holundersirup und erdbeermarmelade * auf reife kirschen warten * schwimmen im see * barfuss fahrradfahren * emotional rescue einen tag lang hören und blau machen (ging nicht anders) *

ah, wunderschöne sommermorgende. das olle kleid abends waschen und am nächsten tag wieder anziehen, flipflops dazu, traumhaft. hallo einfache modewelt. der mai war entzückend, was auch die vielen laaaangen wochenenden waren, schöner besuch, allemal besser gekleidet als ich, ein abend mit der liebsten freundin, lustige smalltalks und so rumbosseln im garten und zuhaus. dann plötzlich der hammerjobfrust, arbeitsstunden, nach denen ich mich als aggressions- und frustmedium gefühlt habe (wie ein seehr alter waschlappen) und nicht wirklich gewusst habe wohin damit/mit mir –

also jetzt etwas erschöpft, schwunglos, zuversichtlich in den juni: ich warte auf kirschen und die kirschbäume warten auf mich!

 

null

so gehts nicht weiter. ich bin in den letzten monaten etwas hin- und her, gemerkt, was ich kann und was nicht und nun bin ich wieder am anfang. diesen elenden job will ich nicht mehr. nein nein am ende bin ich noch nicht, ich mache das noch

eine weile bis was besseres da ist. bis dahin durchpflüge ich trostlose randgebiete der stadt und besuche familien, bei denen guten tag trostlosigkeit über der türe steht. im geheimen. nur ich kann es sehen. sie schlagen sich wacker, sie motzen, klagen und schreien. ich versuche das zu ordnen, in bahnen zu lenken und mit allen besser zu machen. ja, meist wirds das auch: besser. und die trostlosigkeit verblasst ein wenig.

was ich spüre: diese tätigkeit saugt.

lange geht das nicht mehr gut. es beginnt schon wieder diese übellaunigkeit, ich verweigere alles soziale leben, was ein wenig anstrengung von mir verlangt. oder, anders gesagt: ich finde alles soziale leben anstrengend und versuche, ihm aus dem weg zu gehen. könnte ich in einer höhle leben, mit einfacher handwerklicher tätigkeit, sonne, nahrung und klugen büchern, dann wäre das alles kein problem. ich würde mit problemfamilien um die welt reisen! an jedem finger drei! und vorher bei kik nen satz shirts und leggins und nen supersoaker kaufen – (ah, ein bisschen durch die einkaufspassagen der randgebiete bummeln)

aber so. mit meinem leben. hätte ich selbst kein rasantes problemkind, das auch eins aus den randgebieten sein könnte, von der problembeschreibung her, sonst nana! nicht, die bedingungen drumherum sind schon besser – wobei…. armut hammer hier auch, nächster punkt: bezahlung. der job, wenn er besser bezahlt wäre, das würde schon auch helfen. aber 30 stunden zu arbeiten und gerade davon leben zu können wenn die kinder keine schuhe brauchen, das ist auf dauer –

fffffffft.

mir geht die luft aus.

weiter. woandershin. ein wenig aufschieben noch. nach dem sommer. der so lang wird, ohne arbeit, sooo lang!