wenn

der sommer nicht mehr weit ist

hach, ich liebe dieses lied so sehr. alle schlafen, ich sitze wach herum (mittagsschlaf) ein anstrengender tag für alle ist das gewesen, nur alltägliches und doch auch zuviel drumherum, kind eins müht sich mit der schule und wir uns mit, es gibt frustration, druck-nicht-aushalten und auf der anderen seite kein verständnis für das empfinden von druck, abgewehrte ironische bemerkungen und erwiderungen – ein fürchterliches generve am nachmittag und am abend. jetzt schlafen alle, der corona test fürs kind gebucht, tagessachen weggeräumt und jetzt flipp ich durch spotify –

und der himmel ein opal

habe fertig

müde – ist der zustand der mich derzeit beschreibt.

ich trinke cola. ich mag pepsi am liebsten und manchmal auch fritz cola. ich mag cola am liebsten mit nem spritzer zitrone.

sonst ist es, ja, ein ermüdender frühsommer. manchmal denke ich, ich will so mit dieser familie nicht weitermachen. weil es so sakrisch anstrengend ist. autistisches kind, und ein kind in der pubertät, das alles, wirklich alles vergisst. und ich zur ansage-mutter werde. ich hasse mich als ansage mutter, räum dies und das weg, denke an dies und das… das dumme: kind eins vergisst es eben trotzdem. ich müsste neben ihm herlaufen und… na, oder es gleich sein lassen. aber: wenn ich es laufen lasse, dann hängt er auf dauer durch. läuft in der wohnung auf und ab und weiss nicht was tun und stürzt in der schule ab und ist frustriert. das haben wir gerade hinter uns. na, ich hoffe, HINTER UNS – und wir lernen alle aus den vergangenen wochen.

ein besseres miteinander, ja, das wäre schön. dazu sind die ferien wie gemacht! vier wochen in südeuropa mitten im nirgendwo, hitze & sehr sehr einfaches leben. ich zähle die tage.

meine lieblingsdinge diesen frühsommer: cola, algensalat, blöde krimis, stoffbeutel, alte blusen gefunden, die ich vor vielleicht 3 Jahren in einen beutel mit aufschrift „sommerklamotten“ gestopft habe, ah, sie sind allesamt sehr wundervoll, grasgrüne flipflops

meine lieblingstätigkeiten: karten fürs freibad bekommen, picknicken, samstage vertrödeln, gerne mit krimis, ein bisschen fernsehn, barfuss laufen oder eben in o.g. flipflops, mit den kindern abends auf dem sofa ein halbes stündchen den tag vorüberziehen lassen, daily yoga und nicht mehr mit freundinnen spazieren sondern irgendwo rumsitzen!

 

cry baby

bin in den vergangenen beiden wochen in einer serie – the split – versunken. ach, schönes englisch, häuser von innen und fein erzählte geschichten. und habe ich geweint am ende! zwischendrin auch so dann und wann. und sehnsucht nach englischen häusern von innen und außen bekommen. ich wollte immer immer ein haus in england haben, ach und wünsche es mir noch, allerdings ist dieser wunsch so in weite ferne gerückt.

das in-england-arbeiten-und-leben für eine weile hat als familie aus verschiedenen gründen nicht geklappt. das viel-geld-verdienen-und-trotzdem-ein-haus-dort-haben auch nicht. also bleiben ferien. die jetzt auch schon lange nicht mehr so möglich waren, wie ich mir das gewünscht hätte.

ach! so nähre ich meine sehnsucht mit serien und krimis und laut lesen und die freundin in england anrufen –

und weine ein bisschen, nur ein bisschen.

dingding

dong –

thank god its friday! oder auch mittwoch vorm feiertag! hände hoch!

getan: viel gearbeitet, im garten rum, pause auf der wiese, nach tegel zum impfen

gekauft: einen wintermantel auf vorrat

gemocht: alles mögliche im fernsehn, strickmuster und landschaft bei kdd

gegessen: bohnencurry, vulkanspargelsalat

getrunken: bier, kräutertee, essigwasser

gewünscht: daß meine klamotten wieder passen, ja, es sind die wechseljahre, jaja und ein städteurlaub mit kind 1

gefreut: auf ferien, aufs schwimmen im see und über die neue lila yogamatte

gelacht: nicht viel

gesehen: the split

gelesen: krimis, delphine de vigan: dankbarkeiten (und geweint)

gehört: popmusik & podcasts – aber nichts gefunden, was mich gefesselt oder beeindruckt oder mir einfach richtig gut gefallen hat

geärgert: dass seit monaten kein fussballtraining für kind 1 stattfindet und nun trotz minilockerung immer noch nicht, weil die gruppe zu gross werden könnte. he, die sind im freien. die haben ein ganzes fussballfeld. die können abstand.

 

frühlingsgefühl

ich würde auch einmal gerne so schöne listen machen, wie bei acupofjo fürs wochenende oder bei slomo als monatsrückblick mit artikeln, lustigen bildern, links und dingen – aber ich fürchte, ich bin einfach zu wenig im netz unterwegs dafür und auch: das hier ist mein privatvergnügen und hat nix mit meinem job zu tun. es ist also kein job und kein nebenprodukt eines design oder journalistinnendaseins – also ich bleibe unprofessionell. und ärgere mich mit dem editor bei wordpress herum, so ein käse. das geht nicht mehr lange gut und das ding hier wird eingestampft. verlassen. vergessen. schon eine ganze weile träume ich von tagebuchheftchen, etwa eines für jeden monat.

hier (haushalt) sind alle völlig runter mit den nerven. die organisation funktioniert leidlich, michel und ich gehen beide brav arbeiten und in der zeit zuhause gibt es homeschooling-begleitung und versuche, die gemeinsame zeit gut zu gestalten. wir vergessen wichtige dinge, schöne termine. wir versuchen uns freiräume zu schaffen, zeiten alleine und anderswo. es klappt schon, und doch –

und rund-um-die-uhr teenagerbetreuung, planen planen planen und haushaltsscheiss mich unglücklich machen. wenns wenig anderes gibt. wenn diese punkte IMMER DA sind. alles immer da. der ganze kleine scheiss. und der grosse überrollt mich dann ganz einfach. habe keine lust mehr spazierenzugehen und immer zu reden. mein hirn ist voller kleinkram und tagesabläufe und das muss alles mal raus, da muss luft rein. ich habe fernweh. will in ner vollen bar stehen und trinken und rumkucken, usw.

und dann: kind 2 ist einfach ein specialneeds kind und von morgens bis abends auf kontakt – wenn wir glück haben, gibt es einmal die woche einen nachmittag mit der freundin. aber ansonsten: auf bewegung und frische luft achten, was heisst, wir, die wir ohnehin den tag über von hier nach da und zurück unterwegs sind, mit dem kind raus: laufen, radfahren, spielplatz, tempelhofer feld, park. nie einfach durchhängen können mehr als, lets say 60 minuten am stück. das macht mich fertig. und den michel auch. kind 1 ist recht easy, superselbständig und lässig, aber auch: er braucht fürs homeschooling den gesamten vormittag den familiencomputer und das wohnzimmer. ja, manchmal geht auslagern in sein zimmer oder die küche, manchmal. und: er ist seit 16 monaten nicht mehr in der schule gewesen. es gab eine kurze unterbrechung, eine 2-wöchige klassenreise und 6 wochen schule letzten sommer, 2 x 6 stunden oder so. verkürzt durch quarantäne. nun zuhause: er ist immer da, immer zuhause am vormittag. warum ist homeschooling nicht mal eine schnitzeljagd in der stadt? ja, ok, das wort schnitzeljagd gibts nicht mehr oder? es gibt nur so freie aufgaben, die dann aber auch DRINNEN erledigt werden, am schreibtisch.

naja – jetzt seit dieser woche hat kind 2 drei tage unterricht! und fussballtraining! ich kanns kaum glauben. und freut sich über das schulmittagessen – nach über einem jahr sieht der broccoli dort vermutlich aus wie ein zauberwald.

ein artikel in der sz, der mir tränen in die augen getrieben hat: alex rühle: VERSÄUME DEINE JUGEND gelesen. und wenn ich u-bahn fahre, die linie, in der sonst immer 1000 studentinnen sitzen, denke ich, wie irr ist das? du bist 20 und musst zuhause sitzen? warum läuft nicht eine impfkampagne für die leute ab 18? he, wenn ich schon verrückt werde, die ich sozial echt zurückgezogen bin –

kann nicht mal mehr lesen, all meine konzentration und meine muße wird im tagesgeschäft aufgebraucht. schluss!

was SCHÖN ist gerade:

daily yoga und daß der frühling kommt. mein neuer korb für stricksachen. wie das miamädchen tanzt. die wohnung und die besonders, wenn das bad geputzt ist. alte und neue jogginghosen. postkarten schreiben und bekommen. süsse milchschokolade. patschuli seife. fernsehn. bauchtaschen. passfotoautomatstreifen. knospen an sträuchern und bäumen. richtig grosse creolen. podcasts beim rumlaufen hören. die neue jeans aus der verschenkekiste. rausfahren und mit kühen reden. gartenfilmchen bei youtube kucken.

(das ist jetzt doch eine kleine liste geworden)

 

 

this is how you lose the

klassenkampf –

klasse, hach, plötzlich ist das so thema –

me and my boyfriend aus arbeiterklassefamilien. beide abitur gemacht, rumprobiert, gejobbt, studiert, mehr oder weniger neugierig/arglos/zielstrebig und nun in sozialjobs, die sich unaufhörlich mit armen kranken eingeschränkten leuten beschäftigen. und über die schulen der kinder, die nachbarschaft, sonstwie, bewegen wir uns meist im bildungsbürgerlichen milieu – was uns zuweilen fast mit etwas wie argwohn betrachtet.

das ist die kurzform.

wir haben beide freunde und freundinnen aus allen gesellschaftlichen schichten, mit unterschiedlichen hintergründen und verschiedenen lebensläufen und -formen. ich habe das thema schon mehr durch als michel – allein weil meine familie null behütend war, musste ich mich früh rausschälen und distanzieren um mich zu retten. michel hatte es vorwiegend schön und tut sich schwer, seinen hintergrund differenziert zu sehen. oder auch: seinen hintergrund als bestimmend für seinen lebenslauf, sein verhalten (jaja, in manchen dingen) und das allerwichtigste: für die sicht, die andere auf ihn, auf uns haben.

als ich in den neunzigern länger in england war, war ich schockiert, dass leute, junge menschen, ihre klassenzugehörigkeit und ihre position innerhalb ihrer klasse wussten und auch andere schnell einordneten. es hatte etwas von zurechtfinden und nicht weiter orientieren müssen – ich fand es wirklich befremdlich und mich sehr außen vor. sonst mochte ich damals ALLES auf dieser insel.

nun lese ich bell hooks: die bedeutung von klasse. und auch wenn ich es zuweilen nicht sehr fein und klug finde, und mich auch wie immer schwer tu, die amerikanische welt zu betrachten, ist es doch wirklich schön, wie sie ihr aufwachsen und erwachsensein mit dem hintergrund „klassenzuordnung“ beschreibt. auch untypisch für eine aufgeschriebene aufsteigerinnengeschicht: sie prahlt nicht und gibt nicht an, durch horrende intelligenz, können und fleiss es geschafft zu haben und nun höhenluft zu schnuppern – ihr gelingt das ihre (bildungs)biografie aufzuschreiben und entlang dieser ihre klassentheorie zu erzählen. oder umgekehrt. es ist ein sehr sympathisches buch. und es gibt gedanken, die mich auf gedanken bringen. aber oft greifen ihre theorien zu kurz finde ich. und zugegeben: das letzte drittel habe ich dann nicht weiter gelesen – es ist mir, wie in amerikanischen romanen, zuviel amerikanische lebenswelt, womit zu beschäftigen mich wirklich anödet.

und eigentlich brauche ich zu dem thema für mich kein weiteres buch als didier eribons rückkehr nach reims. das ist so schön, so bewegend, so fein, so wahr –

 

 

beauty

ich zum sohn (14): schneid dir mal die fingernägel! sohn: ja! ich wollte heute eh noch beauty machen! er sagt es schwungvoll und ernst, es ist sehr süß. am abend sehen seine fingernägel immer noch so (yak!) aus und den rest der beauty hat er auch vergessen –

walking back to happiness

na mal sehn obs klappt: ein bisschen ruhe und aufs tagesgeschäft (schule, kinderversorgung und -verbringung, am computer hocken und einkaufen) konzentrieren diese woche und den februar hinter mir lassen. dann wirds besser. die sonne scheint ja auch schon. heute der höhepunkt: ein nachmittag (bis 16.30 Uhr) alleine in der wohnung. was soll ich nur tun? schnell den februarkram aufschreiben, kaffee und lesen bei geöffneter balkontüre. durch die kommt dann die freude rein, claro.

gesehen: einen gewichtheber am straßenrand, tim raue bei chefs table, die sendung mit der maus mit kind 2, little britain mit kind 1

gegessen: broccoli, broccoli, broccoli, kitchari, schokolade

gelesen: nora bossong: schutzzone, lily king: euphoria

getrunken: unmengen von kaffee

gelacht: über little britain und hape kerkeling als beatrix

getan: gestrickt, rumgesessen, telefoniert, daily yoga (ja! und echt null langweilig!), zwei stunden mit gardening und einen nachmittag in der bibliothek verbracht

geplant: fröhliche zukunft, einzig am vergnügen orientiert

gekauft: viel: kindersachen, rucksack, badeanzug, wolle, bücher

gehört: podcasts: esther perel und sonst: ein bisschen radio und ein bisschen musik: sault!

geträumt: vom reisen, nachts: vom verhinderten reisen und mit dem packen nicht fertig werden

gewünscht: reisepläne zu machen, in ein gartencenter zu gehen, freunde zu besuchen

gestaunt: über den gewichtheber am straßenrand

 

 

kleiner stapel

 

hier kommt alles zum stillstand. nur die gedanken fahren karussell, die beine laufen ein stück: radius 1 km, die hände wischen und tragen und falten und schreiben – ich mag nichts mehr streamen, ich mag keine zoomtreffen mehr. ich könnte auf einer hütte sein, das wäre schön. täglich die gleiche aussicht, mit der sonne schlafen gehn, spazieren, garten, irgendwelche tiere hüten und versorgen. ok. aber hier? grauberlin? ja, auch wenns gerade weiss blau ist und es richtig winter ist. ich vermisse meine normalität, ich vermisse, einfach aus dem haus gehen zu können ohne versorgungstasche und termin und maske, jaja, schlendern und spazierengehen, das tu ich täglich und auch das hängt mir aus dem hals.

habe hier einen bücherstapel, durch den ich mich durchlesen möchte, bis ich wieder rausdarf. richtig rausdarf. mich dort auch etwas nach draussen lockt. und dann: weil alle immer zuhause sind und alles im stundenplan vermerkt wird, komme ich dann kaum zum lesen. ich stricke ein wenig während die kinder schule machen und versuche meinen alltäglichen kram zu erledigen, zu telefonieren, während ich schön spazierengehe – und immer stundenplan/liste/zuständigkeiten im kopf. ahhh, es ödet mich an. es ödet mich alles an. the only pleasure: den schlittenhang (mini) kreischend herunterfahren –

und torte.

und an den arbeitstagen s-bahn fahren, sitzplatz und lesen. pfffffffffffffffffffffffffffffffffffffffff