ein tag im februar

schönstes winterblau. draussen. ich nicht. leider. ich bin malad und kann nicht trinken. ich bin schwach vom wenigessen und schleppe mich so durch den tag, weinerlich und mürbe.  schlimmer dieser tage: das kind ist krank, kind eins, das immerstarke und immergute kind hat einen infekt und ist psychisch so angegriffen, dass ich es kaum wiedererkenne. es ist ganz fürchterlich.

ich hatte sehr vor, den februar mit jedem einzelnen tag so sehr zu mögen wie den januar. der januar war so offen und schön und nun ist es – trotz schönstem winterblau – schwer und düster. und kein ende dieser düsternis in sicht. heute nicht mehr. morgen?

 

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ratgeber und buchgeschenke

tipps und tricks ungefragt zu bekommen, mit einem sanften hand-auf-die-schulter oder auch mal richtig aufmunternd – brrrr! ich finde es fürchterlich. ich werde innerlich zum trotzigen kind, das mit schuhen die gleich auseinanderfallen noch durch die letzte pfütze patscht und auf dem nachhauseweg 100 mal glücklich niest. ich mag auch nicht: du musst unbedingt lesen/sehen/tun. und eigentlich lese ich mir geschenkte bücher nie. obwohl ich mich über buchgeschenke doch immer freue. ausser sie kommen von meiner mutter. böse mädchen kommen überallhin z.B. oder haushaltstipps aus der hobbythek. solche sachen. meine mutter hat noch immer das gefühl, sie müsse mir praktische hinweise in buchform zukommen lassen, damit ich mit dem leben klarkomme und eine praktische & vernünftige gestalt annehme. meine grossmutter hat mir immerhin bücher geschenkt, weil sie sie selbst lesen wollte. lagen die dann ein paar tage bei mir herum, schnappte sie sich die bücher und gab sie mir marmeladefleckig zurück. heute noch fällt es mir oft nicht leicht, fleckige bücher zu lesen….

egal. im vergangenen jahr habe ich so wenig gelesen wie noch nie. was ich gelesen habe, waren ratgeberbücher. die zähle ich sonst nicht wirklich. ich lese hin und wieder bücher über kinder und was man so tun kann, wenn sie diese oder jene eigenheit besitzen. ich habe gelesen über gesundes leben, in-der-natur-sein, innere kinder, lebensmittel die wegzulassen eine riesenfreude ist, wildnis für den alltag, apokalüpsenvorbereitung, österreichische literatur, aufräumen, pilates und ich – solche sachen. bin ich jetzt klüger? ein bisschen. ein ganz kleines bisschen mehr weiss ich nun über – (s.o.) und: es gefällt mir. es tut mir gut. es hält mich nicht so gefangen und gibt mir das gefühl, dass ich doch ein besserer mensch werden könnte. praktisch & vernünftig, neeeneee

next step: kochen, garten, alt werden mit popmusik

 

januar bis jetzt

ein lieblingslied, was mir so ein schöner begleiter ist: morrissey: spent the day in bed. ich mag morrissey sonst nicht so. aber hier. jetzt. im januar. its a consolation –

ich bin sehr froh hier zu sein. froh über das grüne knautschige sofa, auf dem sich kissen, decken stapeln und einer von uns immer hängen bleibt.

ah, und der himmel, der winterhimmel über berlin ist ein traum. auf dem hügel im park stehen und das letzte sonnenlicht fangen, dann nachhause, tee, kramen, irgendwas mit kindern. büchern. sachen. so ist der januar. er ist ein traum. morgen kauf ich mir ein kilo muscheln und koche sie mit dem miamädchen. baguette von zeitfürbrot dazu.

ich bin nervlich etwas überreizt und habe todesphantasien, wie oft, wenn ich die natur oder seis nur den himmel über der strasse, so geniessen und einsaugen und hammergut finden kann, dann denke ich auch an den tod und habe das gefühl, das wirkliche gefühl, ich bin dem tode nah. aber wenn er kommt: dann habe ich solch einen himmel gesehn – das in naturerscheinungen verweilen gibt mir einen begriff von zeit. oder hält es die zeit an?

nebenher lese ich bücher über erziehung und wie kleine kinder so sind oder sein wollen oder sollen und für mich ganz allein lese ich doris knecht: wald. danke frau knecht, again.

danke auch dir januar, dieses mal.

 

dann doch dazwischen

zeit für eine kleine rückschau.

beseelt vom hauschka konzert.

jaja, im vergangenen jahr, gerade gegen ende, habe ich zuviel zeit damit verbracht, pläne anderer zu erfüllen und dabei irgendwie stillzuhalten. anstrengend, nervtötend und gefühle-für-andere-mordend das.

zuwenig gelesen für meinen geschmack habe ich im letzten jahr und zuviel tv gesehn. zuviel zeit verdaddelt. aber auch: gute entscheidungen getroffen, dinge beendet, neues gewagt, kompromisse gefunden. und beweglicher geworden. gemerkt, was ich nicht möchte, und erkannt, dass manches, was ich mir so belebend vorgestellt hatte doch nicht taugt für mich. aber immer: viele ideen gesponnen und jaja, schnell wieder verworfen. egal.

im sommer durchs land zu fahren, das tat gut. in verschiedenen freibädern auf wiesen liegen und andere leben ausmalen. rumstreunen und picknicken. auch: die kinder sind eine show, eine grosse freude. wir hatten es schön als familie.

jetzt seufze ich noch ein wenig in meinen tee. gute nacht!

 

vor und zurück

so schöne jahresrückblicke mit und ohne vorsätze gelesen. und selbst kaum dazu gekommen. versucht innezuhalten dann und wann im dezember. es ist mir nicht gelungen. auch beim silvesterfeiern mit ein paar freunden blieben die gespräche an der oberfläche. ein bisschen wie gehts was willst du und was geht nicht, eine tarotkarte gezogen und durch den wald spaziert. vielleicht weil: insgesamt: müde. müde mich mit leuten mit niedrigem reflektionsniveau zu unterhalten. beruflich habe ich das genug. das war ein atemloser dezember, voller unlust und noch-einmal-aufraffen zu all den treffen in den vergangenen 10 tagen. und letzten endes habe ich all diese leute (verzeiht verzeiht!) nicht getroffen, weil ich es wollte, sondern weil es der plan war und enttäuschung und schon-wieder-nicht-sehen keine möglichkeit darstellte. auf diese weise wurden schöne begegnungen durchaus verhindert.

ein, zwei gespräche bleiben mir in erinnerung und als gefühl ein starker unwille, eine kleine übellaunigkeit, die einen guten rückblick und ein paar vorhaben zu fassen, verhindert.

da hilft nur –

das neujahrskonzert an der volksbühne mit meiner liebsten freundin. also los. hallo 2018!

von früher

leute. von früher. andere zeit, mal viel gemeinsam gehabt, unterschiedlich weitergelebt. michel und f. waren zusammen unterwegs durchs nachtleben, dann hatte f. ne neue freundin und er war mit ihr viel unterwegs, michel mit mir, daran lag das aber nicht, es waren eher die kinder und ein umzug der freunde, also f. und seine neue freundin, mit der er jetzt lebt am anderen ende der stadt. neulich -überraschung!- ein besuch von f. gerade zwischen abendessen kochen und kinder sortieren. mitessen, na klar, bisschen was-ist-gerade-los und wo-gehts-hin. f. sass bis wir alle im schlafanzug und zahnbürste im mund vor ihm standen, die kinder rumschrieen, geschichtegeschichte! neiiinneinnein zu irgendwas. f. noch immer von hier-kann-man-einfach-richtig-einen-draufmachen redete, weil er zwischenzeitlich irgendwo im ausland gearbeitet hat und es da eher langweilig war. einen draufmachen nicht möglich, weil eben alles anders war. malaysia, indonesien, ich weiss nicht mehr wo das so schwierig war einen draufzumachen und auf coole konzerte zu gehen in hammerclubs. wir schoben ihn schliesslich aus der türe und das miamädchen sagte laut: laaangweilig! aber eher weil sie von nichts anderem redet wie von youtube filmchen, wo leute langweilig! in sehr aufregenden situationen sagen – und ja, langweilig, das traf es wohl. abgeklärt, von nichts begeistert oder überrascht, nie wirklich bewegt, immer nur he, lässig durch die welt. puh. langweilig. und ich wette, der f. hatte danach das gefühl 1. der familienhölle entkommen zu sein und 2. uns echt neidisch auf sein hammercoolesleben gemacht zu haben.

das nächste mal sind wir wohl eher nicht zuhause wenn -überraschung!- vor der türe steht.