was ich 2019 endgültig aus meinem vokabular streiche

wohnungsminimalismus –

dieser haushalt ist ein organismus, oder eine maschine, die immer läuft. rein, durch, raus – immerzu räume ich und miste aus und halte eine art ordnung. meine mitbewohner auch, eine andere art ordnung. und: ich beschäftige mich wohl am meisten mit den durchlaufenden dingen, während meine mitbewohner die bleibenden dinge für sich beanspruchen. und doch: es wird weniger und schöner und klarer. auch wenn ich kram wirklich mag. die wohnungsfilme auf nowness sind hierfür eine wundervolle inspiration und eine feier des antiminimalismus. überhaupt: wenn 20 jährige schon wohnungsminimalismuskanäle auf youtube haben, dann…..

bucket lists – oder auch einfach LISTENMACHEN für IRGENDWAS oder TO DO liste

he, wer will das? wie hört sich das an? eine eimerliste? eimer ist da wahrlich noch ein schönerklingendes wort als BUCKET. überall liegen diese bücher herum, was wie warum und bis WANN. boah, habe ich schon viel verpasst im leben. oder auch: habe hammerdinge getan, die nirgendwo erscheinen. ich schliesse hier aus: liste von dingen die zu besorgen sind oder schlicht: einkaufsliste.

to be continued

 

 

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voll beseelt

über den weihnachtsmarkt auf dem richardplatz in neukölln gelaufen. wie jedes jahr. als lev zweieinhalb war, haben wir ihn dort im gewühle verloren und eine halbe stunde später auf der bühne bei der blaskapelle wiedergefunden. das ist zehn jahre her, mannometer. dieses mal läuft er mit einem freund herum und findet es so: naja. bratwurst, crepes, kinderpunsch, dann: ok.

ich schau mir all die supersachen an die dort von sozialen trägern, gemeinden, vereinen und ein paar schulen angeboten werden. klar gibt es auch häkeltopflappen und bastelzeug wo es mir die schuhe auszieht. aber es gibt so viele ideenreiche und hübsche hergestellte dinge, dass ich jedes mal mit einer vollen tasche mit sachen nachhause gehe und sehr glücklich bin. verliebt habe ich mich in ein paar samentütchen, sterne aus ton, vogelhäuser, necessaires mit stadtplan und welche mit aufforderung: be kind! und: meine neue tasse auf der steht: alles hat ein ende aber aber die wurst hat zwei. aber das ende ist gut. superschöne keramik und die aufschrift liest sich beim tassedrehen. hinreissend. es gab am stand von via noch viele becher mit klugen sprüchen und sätzen, allesamt ganz wundervoll.

das schöne an diesem weihnachtsmarkt ist natürlich auch das drumherum, die blaskapelle, das ponyreiten, die alte schmiede und die hexe davor… essen, trinken, rumstehn und später nassgeregnet angetrunken voll beseelt nachhause gehen.

 

das beste

verschenkebuch. neben hochliterarischen perlen versteht sich. ist. das. hier. es ist ein buch für eine andere generation (also ich bin schon schön viel älter), also jüngere menschen. eigentlich. aber all den alten frauen um mich herum gefällts. vielleicht ist es also eher ein buch für alte frauen und die dort illustrierten finden das so gar nicht lustig. könnte sein. also hier. ich liebe die abwärtsspiralen, den homöopathischen weihnachtsbaum und die wundervollen duftkerzen. und im buch gibt es noch mehr schätze.

eine ganz perönliche werbung, die alleine meinem bedürfnis entspringt, dieses kleinod hier zu zeigen.

hallo november!

bin ja schon mittendrin! du kommst herbstlich mild daher – und ich warte auf steingraue nebelmorgen. hehe! die atemlosigkeit der vergangenen wochen ist weniger. eine woche raus, südliche sonne, nicht viel tun, jane austen lesen. das hat mich verlangsamt, ja. wieder zurück in der grossen stadt, gleich bücher gekauft und rumgewerkelt, aber auch: längst fällige briefe geschrieben, manche dinge neu gedacht, gedanken geordnet. tagebuch geschrieben. geweint. heimlich eine zigarette IN der wohnung geraucht.

mich über don’t stop me now im radio gefreut. mit dem queen film kommt das jetzt ständig. queen ist gar nicht meins, aber don’t stop me now zieht mich hoch wie eine spirale, oder ich liege auf einem springbrunnen oben auf der fontäne –

der november. ich habe einen hammer autor gefunden, den vermutlich jeder schon kennt, die lesung vor drei wochen in berlin war ausverkauft: eric vuillard. solche geschichtsbücher will ich immer lesen. im november werde ich das. sonst: zahnarztbesuche und gespräche hier und da übers kind und einen pulli für ein neugeborenes stricken. das ist das allerschönste! etwas so kleines anfertigen für ein neues wesen. in der schule ist weihnachtliches bastelfieber ausgebrochen. ich beschliesse jedes jahr aufs neue NICHT mitzumachen, weil meine vodoo-engel eh keiner will und ach! auch die anderen sachen bisher. nein, ich habe mir mühe gegeben, immer. aber bastel ist nicht meine welt. ich mache schon gerne dinge, fertige dinge an, die ich benutzen kann. aber so dekoscheiss. die welt hier (bestehend aus schule, andere haushalte, zeitschriften, blogs, läden z.B) ist völlig überdekoriert. an jeder ecke gibt es jetzt dänische ein-euro-shops, in knallig oder in pastell. zurück: aber auch dieses jahr nähe ich am ende wieder irgendwelche kleinen nutzlosen gegenstände, die allein durch ihre farbe bestechen.

was schönes zum schluss: seit heute gibts hier im haushalt einen kefirpilz und ich freue mich als hätte ich ein heiss ersehntes niedliches kleines haustier bekommen. es wohnt im küchenschrank zwischen kühlschrank und herd. es ist wirklich klein und niedlich. es hat noch keinen namen.

im november finde ich einen. hallo november!

 

 

 

 

atemlos

spitze, dass mir da sofort diese schlagermelodie einschiesst….

was ist gerade los, frage ich mich. eigentlich könnte das leben seinen gang gehen, es ist vieles im lot, anderes gut vorbereitet, schön geplant oder in feiner ungewissheit.

aber irgendwie hat mich eine unglaubliche unruhe – ich bin wie ein zu schwunghaft eingegossenes bier. ich weiss nicht wohin mit mir, und dann gleich dazu, was will ich denn ganz überhaupt und für immer oder die nächste zeit oder nur in gedanken – brrrr. es ist viel. ich habe todo listen, so lang wie selten. und es ist vieles nicht aufzuschieben, es findet durchaus seinen platz im kalender, hallo 30stunden woche, da geht immer was, ich finde auch vertrödelte abende und doch – atemlos. als hätte ich nicht mehr viel zeit überhaupt. aber wenn das so wäre, würde ich ganz andersrum, mich auf die wiese legen und ein bisschen draussen sein mit der wenigen zeit, die mir bliebe.

und die kinder sind auch komisch.

verdächtig: dieser plötzlich dringende wunsch, jane austen zu lesen. sofort. ja, ich habe zwei drei jane austen romane gelesen und mochte sie echt, aber das ist so lange her auch. ein bisschen berlin babylon geschaut. und rumsortiert, was mich eigentlich ja immmmmmmer beruhigt. fehlanzeige.

tja, bin mal gespannt was kommt die nächsten tage. oder wochen. irgendwas ist.

 

sweet september

ist september mein liebster monat? vielleicht. im september ist mein geburtstag, den ich mehr und mehr vergessen möchte, hehe! aber es gibt schwarzwälder kirschtorte. schwarzwälder kirschtorte ist die beste und immer immer denke ich, ich möchte einfach mein gesicht in diese torte legen. es ist eine sexy torte.

was war sonst noch

gehört: michael kiwanuka

gesehn: seven seconds, house of cards ein paar folgen (again)

gegessen: was auf den tisch kam und viel viel kuchen. wenig gesundes.

getrunken: sekt und sekt mit lilett und holunder und zitrone und selters. nee, keine helga. schmeckt nicht. sieht nur schön aus.

gewünscht: regen und regen und zwischendrin ein lagerfeuer und die nachbarn dabei

gekauft: eine waschmaschine. superschuhe aufm flohmarkt.

getan: ausgemistet. flohmarkt. sachen verschenkt. und erleichtert zurückgeblieben. krank gefeiert.

gelacht: immer mal wieder

geärgert: über die waschmaschinenlieferung, die an einem tag ab 7 angekündigt war, dann an diesem tag abgesagt wurde und dann eben doch kam. na, zum glück, aber vorher eben doch geärgert.

genossen: torte und abhängen.

gelesen: virginie despentes: vernon subutex, alte zeitschriften

gefreut: auf den geburtstag. über geschenke, torte, abende mit freundinnen.

geplant: die herbstferien, eine woche in spanien!

gegruselt: eine sterbende taube am strassenrand, brrrr.

 

monatsrückblick nach einer idee von frl. julia.