früher

war da ein edeka drin. so ein an-der-ecke-hat-alles-edeka. voll bis unters dach mit sachen. irgendwann zog auch ein bisschen bio ein und landliebe, die hermes paketversandstation. viele chipssorten gab es und alle zeitschriften. das war wie aufm dorf, auch mit den verkäufern dort. die kannten alle, es wurde mal gequatscht, mal nicht. ich dachte zuweilen, wie schön, diese kleine welt kann von der gentrifizierung des viertels voll profitieren. endlich kommt mal nicht nur heiner fürs bier und und omma wegen diesem und jenem. alles wird gekauft und immer was los.

über nacht war dann der laden weg. komischerweise sah ich plötzlich die eine verkäuferin, die bei edeka gegenüber wohnte, auch nicht mehr auf der strasse wie sonst immer frühmorgens. weg.

es wurde saniert und aus dem schrammeligen alten edeka wurden drei läden. ein TADAAA! eisladen. ein irgendwas dazwischen und ein laden für australische kosmetik. ganz cool und minimalistisch kommt der daher. die leute im kiez sind ja nicht blind und nicht faul, also immer wieder: steine schmeissen auf die schaufenster! der kosmetikladen reagiert nun mit dem einbau von rolläden. der dazwischen, was immer das ist, ist meist geschlossen. und ach, der eisladen lieblieblieb! hat gar nichts abbekommen? warum eigentlich? eisläden sind das letzte! eine kugel für 1.30, kinder kommt aber nonono kinderkugel! aber, ja, bunte streusel umsonst. oh, bunte streusel. ich würde gerne eine hasskampagne starten: mit heizgeräten in eiscontainer strahlen. oder so. stinkbomben.

hier gibt es eisläden, da wirste irr. laden nummer 1: ich brauchte nen job und ne verdienstmöglichkeit, da dachte ich he, nen eisladen, vier wochen kurs und jetzt stelle ich meinen immer-motzfresse-freund hinter die theke, der braucht auch was zu tun. und ach, kohle, supi jetzt. california pops, yes, caprieis für leute, die zwofuffzig für ein eis, ach, ich lasse es mit dem genöle, es gibt zu viele eisläden hier im viertel. ja, es gibt viele die eis mögen, das eis ist gut, lecker, sieht schön aus, es erfüllt alle anforderungen. es gibt viele kinder die eis mögen und die eltern die bäh-kratzeis! sagen und ihrem kind lieber das gute geben wollen. mir hängt das ganz schön aus dem hals. dieses alles besser & feiner und so ausgesucht und lieblieblieb bunte streusel! umsonst!

 

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und dann

kommt sie doch wieder die schlechte laune. trotz sonne heute und mit-der-freundin-quatschen am morgen. trotz eines kurzen arbeitstages.

aufgeräumt, wäsche gewaschen und hups einen schultermin versäumt. der freund hat schlimme familienfotos gemacht, er will immer familienfotos machen vor weihnachten und irgendjemand macht immer nicht mit/sieht immer scheiße aus. also hier sind schon die wesentlichen gründe. die olle schussligkeit und hmhmhm und am ende geht der freund den freund besuchen und kind zwo schläft nicht, kommt immerzu angelaufen und zieht alle register. durst. pipi. dunkel. bauchschmerzen. alleine. und am besten: ersticktes schluchzen – dann legt sie sich auf den fussboden und will es dort einmal mit dem einschlafen versuchen. fünf minuten später steht sie wieder in der küchentüre. usf.

eigentlich wollte ich besinnlich, milde, lächelnd weihnachtsgeschenke einpacken heute abend. das wird nix. ich pfeffer den kram in die ecke und geh schlafen. klappe.

förderdöfalsdlfjöajf

IMG_0134bin genervt. und weinerlich. kind zwo war heute bei der ergo, das tut ihr gut, das ist schön, sie lernt, kommt weiter, findet es vergnüglich… alles. nach der stunde immer noch ein paar worte mit der therapeutin, die heiter, nett und fröhlich ist, und heute hat sie heiter nett und lustiglustig mein kind nachgeahmt, wie es beim malen nicht über die mittellinie kommt. ich könnte kotzen, immer dieser förderscheiss, immer kucken auf fortschritte und defizite und vergleichen und messen…. brrr. manchmal wünsche ich mir ein haus in den bergen und kinder wie peter und heidi. der alm öhi bin ich, klar.  brummen, natur erklären und mit den menschen nix zu tun haben wollen.

später auf dem weg zur kita eine radfahrerin mit popperschnitt, jeanshemd und einem stoffbeutel, stating: mehr drama! puh, wo soll hier das gewünschte drama bitte herkommen? aus dem stoffbeutel? von einer anderen radfahrerin, die der anderen aufs jeanshemd spuckt? (ich habe buh! gemacht und die frau ist nicht erschrocken. na, da ist mal eine resistent).

zuhause gleich mein vorhaben weniger milch(kaffee) zu trinken übern haufen geworfen und eine kanne kaffee gekocht, papiere und wäsche sortiert und dem tag mit einem gewissen unmut entgegengesehen. bis jetzt ist es ein alm öhi tag. mir fehlt noch die bank vor der hütte auf der ich sitzen und meine verstimmung pflegen und laut das lied von der bar 25 singen kann.

ja, mal eben noch das lied, ach das tröstet irgendwie.

(nein ich fahre nicht nach danzig)

ein versuch mit spiegel und winter

verstimmt verstimmt verstimmt. und dazu schon wieder schnee, alle bewegung verlangsamt und verkompliziert. ab morgen bin ich auch noch genervt, ich wette. heute hatte ich zeit, einen nachmittag mit kind zwo, kaffee und nix weiter. mir den spiegel gekauft und wieder gemerkt, was ich nicht mag: den spiegel. ich kann den einfach nicht ertragen. lese die gerichtsreportage von gisela friedrichsen, den aufmacher und dann schaffe ich selbst die bunten gemischten seiten nicht. woran das liegt, ich habe keine ahnung. die verstimmung: auch keine ahnung. hier meine lieblingsfüsse im herbst. und ein setzkasten im herbst. ob es hilft, den winter zu leugnen? ihn so stark zu verdrängen, dass er zwischen herbst und frühling nur noch wie ein müdes blatt papier klebt? und  ÜBERHAUPT keine bedeutung mehr hat? null?

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chips und flips und

IMG_5724irgendwie verstimmt. seit tagen schon. jetzt kommen auch noch die handwerker mit denen ich vor weihnachten schon streit hatte. sie haben die neue türklingel unter den jacken im flur montiert. da siehtse keiner, hörtse keiner und kann auch keiner die tür aufmachen. siesolltenmaldiejackenumhängendanngehtdietürauchbesserauf! war die antwort auf meine beschwerde. es gibt ansonsten nichts zu berichten. ich esse abendlich eine schüssel flips und chips. gemischt, schmeckt köstlich. und heute hole ich krieg und frieden ab.

und dann

hat der tag eben mit schlechter laune begonnen. ich habe mich den kindern gegenüber gezügelt, so daß es nicht ganz so schlimm war, nur mürrisch schuhe-an-raus-aufs-rad-los gemurmelt, immer wieder. mit michels rad, mit zu hohem sattel, rumgegurkt, immerhin: dadurch das gefühl von sehr langen beinen gehabt. nein, nicht an der ampel umgefallen. kind zwei plus zwei puppen auf der stange balanciert. toll. laune wird aber nicht besser. zeit für nen kaffee, jetzt, und duschen, ein paar seiten lesen vielleicht (tolles buch: sofi oksanen: fegefeuer). laune wird immer noch nicht besser. vielleicht hört der tag auch mit schlechter laune auf. muss ja nichts heißen, die woche kann dennoch eine spitzen woche werden. schuhe kaufen gehn mit kind eins, wirklich tolle arbeitstermine, kind zwo zur logopädie bringen und an drei eisläden vorbeimüssen, mal wieder über einen frisörtermin nachdenken (und den gedanken daran wieder zur seite schieben) usw. es sind alles WAHNSINNIG aufregende dinge – ach – aus dem sumpf der schlechten laune wünsche ich mit hohler stimme: eine schöne woche dort draussen!