hausmaus

„die gentrifizierung färbt auf alles ab“, lachte er, „sogar auf unser leben.“ nicht die Verbesserung an sich störe ihn, sondern die ständige nivellierung, diese gleichmacherei, die sie unweigerlich nach sich ziehe. „wo immer sie zuschlägt“, sagte er, „löscht sie aus, was vorher war – und  gleichzeitig soll es so wirken als wäre das neue immer schon da gewesen.“

einige passagen gefielen mir gut. und das cover ist toll. fühlt sich fast an wie richtiges klebeband. ein gutes stück nach der hälfte habe ich aufgehört zu lesen und laut geatmet, so vorwurfsvoll und enttäuscht wie das alte leute manchmal tun.

da ist eine frau, die in ein haus zieht. sie ist autorin, hat kinder. sie hat begegnungen, alltägliche. mit nachbarn, leuten vom bau, trifft einen freund von früher, andere autoren usw. und alle erzählen ihr eine geschichte. das sind charmant geschriebene kleine perlen – und doch dachte ich nach jaja, etwas mehr als der hälfte des buches, und? was gehts mich an? interessiert mich das? ich wollte wissen was die protagonistin so umtreibt. das jaja, wird auch erwähnt und laut klappentext gibt es da eine feine entwicklung, aber mir war das dann über all den nebengeräuschen egal. wahrscheinlich ist das ein stilmittel, okeh. aber wenn ich im radio fussball höre und mir der moderator sogar über den torjubel quatscht, dann schalte ich auch ab. ach und irgendwo habe ich gelesen: die übersetzung sei etwas sperrig. ja. ist sie.

vorwurfsvolles ausatmen.

 

 

 

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ein vorhaben

oder eher ein wunsch: mehr zeit zum lesen zu haben und auch was zu lesen zu finden. die ersten wochen im jahr waren hierfür ganz wunderbar. warum auch immer. zeit? muße? kann ich mich nicht dran erinnern –  und doch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

toll toll toll war tyll von daniel kehlmann, so dicht und satt und vielschichtig und sprachlich ganz wundervoll. eine offenbarung: rückkehr nach reims. die eigene geschichte zu sehen und auch: gesellschaftliche entwicklungen zu betrachten, das gelingt mit diesem buch ganz unglaublich gut.

fad fand ich arno geigers unter der drachenwand. ein vergnügen doris knechts wald und der rest war ok. jetzt habe ich eine klitzekleine flaute – aber eine stunde zeit und flitze mal schnell in den buchladen –

 

ratgeber und buchgeschenke

tipps und tricks ungefragt zu bekommen, mit einem sanften hand-auf-die-schulter oder auch mal richtig aufmunternd – brrrr! ich finde es fürchterlich. ich werde innerlich zum trotzigen kind, das mit schuhen die gleich auseinanderfallen noch durch die letzte pfütze patscht und auf dem nachhauseweg 100 mal glücklich niest. ich mag auch nicht: du musst unbedingt lesen/sehen/tun. und eigentlich lese ich mir geschenkte bücher nie. obwohl ich mich über buchgeschenke doch immer freue. ausser sie kommen von meiner mutter. böse mädchen kommen überallhin z.B. oder haushaltstipps aus der hobbythek. solche sachen. meine mutter hat noch immer das gefühl, sie müsse mir praktische hinweise in buchform zukommen lassen, damit ich mit dem leben klarkomme und eine praktische & vernünftige gestalt annehme. meine grossmutter hat mir immerhin bücher geschenkt, weil sie sie selbst lesen wollte. lagen die dann ein paar tage bei mir herum, schnappte sie sich die bücher und gab sie mir marmeladefleckig zurück. heute noch fällt es mir oft nicht leicht, fleckige bücher zu lesen….

egal. im vergangenen jahr habe ich so wenig gelesen wie noch nie. was ich gelesen habe, waren ratgeberbücher. die zähle ich sonst nicht wirklich. ich lese hin und wieder bücher über kinder und was man so tun kann, wenn sie diese oder jene eigenheit besitzen. ich habe gelesen über gesundes leben, in-der-natur-sein, innere kinder, lebensmittel die wegzulassen eine riesenfreude ist, wildnis für den alltag, apokalüpsenvorbereitung, österreichische literatur, aufräumen, pilates und ich – solche sachen. bin ich jetzt klüger? ein bisschen. ein ganz kleines bisschen mehr weiss ich nun über – (s.o.) und: es gefällt mir. es tut mir gut. es hält mich nicht so gefangen und gibt mir das gefühl, dass ich doch ein besserer mensch werden könnte. praktisch & vernünftig, neeeneee

next step: kochen, garten, alt werden mit popmusik

 

was zu lesen

selten, dass mich ein bücherstapel so entzückt. die warten alle auf mich und, ja, es wird schwierig zu entscheiden, welches das nächste sein wird. ich lese nicht parallel. das ist mir das leben schon zu sehr.

img_0482löwen wecken habe ich mir gestern im vorübergehen gekauft. endlich eines aus dieser wunderhübschen kein&aber serie mit dem bunten schnitt. auf gehen freue ich mich, seit ich den ersten abschnitt in wider die kunst von diesem autor gelesen habe. untergetaucht mag ich mit kind eins lesen, ein wenig zumindest, ich weiss noch nicht, inwieweit es für ein kind taugt. aber das kind ist derart ergriffen von den stolpersteinen, dass ich denke, das geht schon. eine junge frau versteckt sich und bewegt sich in einer anderen zeit in den strassen, die wir heute entlanggehen. liberty, das ist ein experiment, könnte auch öde sein, ich bin mir trotz des immer wieder hineinlesens noch nicht sicher. geschichten, zwei hammer nicht-romane, einen erzählband auf den ich sehr gespannt bin seit noviolet bulawayo wir brauchen neue namen fing afrika (ok im exil) erst auf meiner literarischen landkarte an zu existieren. euphoria weil ich mit dem ethnologiestudium ganz fix gescheitert bin und ein krimi falls ich doch nichts weiter brauche –

oder vermag.

ich habe einen schönen morgen. kaffee, ein wenig arbeit, you want it darker und an tod und vergänglichkeit denken (ohne schrecken). so kann das jahr weiter/zuende gehn.

leicht zu lesen

ach ja bücher für kinder. tausende gibts. für kluge, lesefreudige kinder gibts alles und das ist gar nicht schwer, nur die schönsten rauszufinden, können kinder ja auch ganz gut selbst. aber für kinder, die 1. noch nicht lesen können und 2. schwierigkeiten haben komplexen geschichten zu folgen – hm?

meine tochter ist 6, bücher so für 4 jährige passen ganz gut. allerdings manchmal nicht so zu ihrer lebenswelt. sie mag alles mögliche aber dann weiss sie oft nach dem vorlesen: nichts. lauscht vermutlich einfach nur der stimme und denkt sich sonstwas. und ist nur verwirrt. ich dachte mal: märchen, aber auch die sind oft nix.

geradeaus erzählte, einfache geschichten. connie, he, meine freundin connie, geht ganz gut. wieso weshalb warum junior auch. aber wem hängt das dann alles aus dem hals, hm? denkt an: connie als junkie oder connie läuft amok oder alle klappen bei wieso weshalb warum abzureissen oder hintendran schwarz anzumalen – ja, das errinnert mich sehr an meine tötet-bobo-siebenschläfer-aufrufe vor einigen jahren. meine liste was geht:

  • axel scheffler / julia donaldson : mein haus ist zu eng und zu klein & für hund und katz ist auch noch platz
  • dolf verroen / wolf erlbruch : der bär auf dem spielplatz
  • gunilla bergström: willi wiberg
  • nina gruener / stefanie rausser / gertrud posch : lulu und pip
  • astrid lindgren : lotta
  • rose lagerkrantz / eva erikson: mein glückliches leben
  • ulf nilson / eva erikson / ole könnecke: als wir allein auf der welt waren
  • görel kristina nöslund: so ist der winter
  • oliver jeffers: steckt & rauf und runter
  • hans limmer: mein esel benjamin

entzückend für kleinere, also so ab zwei, ich muss es schreiben, weil es die absolut obergeliebten bücher waren (kamen gleich nach bobo siebenschläfer, den ich irgendwann sooo genüßlich ins altpapier, sonst würde ich heute noch mit bobo auf dem spielplatz, im kartonzug … na, egal)

  • komako sakai: so schön wie der mond
  • michael gay: eine dose kussbonbons

und von komako sakai gibt es noch ein buch das heisst: mami ich mag dich… oh, wie mia es geliebt hat mich mit ihren kirschaugen anzublitzen und laut …. NICHT zu sagen! finde es ein tolles buch für kinder die dabei sind, sich ihrer selbst bewusst zu werden, das vielleicht eigentlich gaaanz still und leise tun und – wie das miamädchen – keine ausgeprägte ICHICHICH und trotzphase haben. was das für ein schritt war für das miamädchen ….NICHT! zu mir zu sagen.

na aber am ende: das kind hat ein paar schöne bücher, aber soo viel habe ich durch ein bisschen rumstöbern gar nicht gefunden –

 

sehr verehrte gnädige frau

doris knecht, i love you for your kolumnen. man kriegt so viel zurück lese ich stückweise und dann wieder verschlinge ich welche – es ist ein traum. ein traum! ich will mrs doris knecht zur freundin (nie könnte ich ihr genügen, schon klar) oder bittebitte zur nachbarin! oder im block, oder im gleichen viertel oder die mimis in derselben kita/schule/tanzklub und morgens oder auch einmal die woche immer hallo! sagen!

yes, i’m a fan. (die melodie und singstimme von rummeniggerummenigge what a man!  im ohr) allein zu wissen, daß sie in der welt ist und schreibt für mich mich mich

in der zwischenzeit lese ich weiter und jaja, danach arbeite ich auch was  –

nüscht

hach, nie wünsche äußern, immer nur eingrenzen, was alles nicht geht oder nicht so sein soll. das strengt mich an. genauso wie leute, die von sich als „man“ sprechen. oder leute, die einen erstmal mustern während des hallo-sagens, so etwas verborgen. und dann irgendwo hängenbleiben, figur, klamotte, schuhe, kopf. vielleicht mag ich auch andere menschen gar nicht so sehr wie ich immer vorgebe.

ich mag: pappkartons, kaffee, seife, oh, schon immer. honey-i-washed-the-kids von lush habe ich geliebt und die eine haarseife mit goldschimmer. bis ich ein schlimmes ekzem am kopf davon bekommen habe. seither geht lush nicht mehr. aber selbst gemachte seife, ja, hatten wir schon. es gibt eine tolle seite http://www.punkthandwerk.at. sowas würde ich auch gerne können. aber nein, ich arbeite nicht daran, meine seifenbraukunst zu perfektionieren. ich würde viel lieber schön singen können. oder zwanzig jahre jünger sein. aber daran kann ich nicht arbeiten. arbeiten, oh, ich habe eine bewerbung geschrieben und losgeschickt. es ist ein schritt. eine entscheidung. es geht los. es wird jetzt alles nicht superhoppla gehen, aber.

ich mag weiter: hippies, salat, bücher. und oh, heute, die alte mit dem britney spears t-shirt. eine greisin! dieses shirt! und dann kreuzte der mann, der zu hohen feiertagen (silvester, 1. mai) hier gerne im ärmellosen tierprint rumläuft und sehr schwammig dick ist, dieser mann kreuzte den weg der alten. das mochte ich auch.

sonst: stricken. rumsitzen. tratsch. alleine sein. sekt. fernsehn. sesamstrasse. kapuzinerkresse, koriander, portulak. ach, salat hatte ich ja schon.

aktuell aktuell: ferien! gleich fangen sie an! die kommende woche sind nur sachen zu tun wie: mit kind eins abendessen abstimmen. überlegen, ob noch melone zuhause ist. schwimmbad oder see? wer geht mit? und was lese ich, ha! immer wieder der alte scheiss. ich bin etwas enttäuscht von büchern von jungen autorinnen, von denen ich bereits ein buch gelesen habe vor zeiten. ulla lenze, früher: schwester und bruder, grossartig, heute: die endlose stadt, künstlich und angestrengt und katrin seddig, früher: runterkommen, echt unterhaltsam, heute: eine nacht und alles, könnte gut sein, aber leider wird jede nebenfigur ausformuliert und kleine augenblicke inszeniert und mit scheinbarer bedeutung versehen. sie schreibt um alles herum, so ist mein eindruck bis jetzt (seite 93). zum glück habe ich dazwischen „magic cleaning“ gelesen und jetzt abends was zu tun, so daß ich müde ins bett falle und das lesen gar nicht soooo vermisse. ich miste aus und diesmal richtig. ich steh da ja eh drauf, aber angeheizt durch ein putzbuch ist das mal echt viel toller. zwei umzugskisten sind schon in der verschenkekiste gelandet und ich muss mal drei flohmarkttermine in folge klarmachen, damit der ganze krempel, der zu schade…. (oh, da fängt das sammeln schon wieder an. ob ich ein guter messie wäre? noch werden könnte?)