weg für kurz

hach ich will nach paris. oder nach glasgow. oder nach istanbul mal. oder wien wieder. oder frankfurt zurück. oder bischkek. chicago. oder auf ne wiese, ne grüne, unbekannte. irgendne veranda im wald. einfach raus, schnell und meinetwegen auch nur kurz. sieben stunden weg aus berlin und ne nacht dazu. oder so. wie schnell ich derzeit summe vor vielvielarbeit und sich alles dreht. ich schaffe keine 40 stunden woche auf dauer. echt nicht. vielleicht wäre es aber auch leichter wenn die arbeit regelmässiger wäre. nicht dieses mal 15 stunden lalala und dann für drei wochen 50 und dann schöne 30 und danach weiß nicht – vielleicht ist es auch das. so wenig planbare. oder das alleine vor mich hinwurschteln. viele leute arbeiten so. und haben dabei noch zeit, energie, laune übrig für andere dinge. wie die das wohl machen? ich sitze hier, draußen ists dunkel, gähne und esse ein kilo schokolade mal schnell noch. gute nacht.

januar 20: ein bisschen jammern

vorfreude auf die ferien! ja, ferien, so früh im jahr schon abhängen mit büchern, flipflops und sonnenbrille im rucksack. spitzenklasse. sand all over, mückenstiche und was anderes sehen als immer nur dieses kreuzberg.

kreuzberg.

schräg gegenüber wurde monatelang eine remise renoviert. wow. jetzt ist alles massiv eingezäunt, also die remise mit dem garten. es sieht superschickschön aus. und doch. ich will das hier nicht in meiner nachbarschaft. ich will die dicke mit dem rosa neglige gegenüber auf dem balkon rauchen sehen. den rockmusikfreund gegenüber hallöchen rufen hören. die leute mit ihrern schrotträdern, ollen autos und vw bussen. die ihr ding machen, sich durchwurschteln, in ruhe gelassen werden wollen oder immer gerne mal über sonstwas quatschen. ich will nicht sehen, wie leute mit einem neuen landrover/bmw suv/porsche ihre kinder zur naturkita fahren. ich will nicht nur mit jungen hipstern im café an der ecke sitzen.

naja, ewiges gejammer. und natürlich bekomme ich existenzangst. daß wir irgendwann als glückliche kreuzberger familie hier rausfliegen und in ein anderes viertel ziehen müssen.

sonst

der versuch, mich besser zu ernähren. bislang geht der ganz gut der versuch. und mir gehts auch dabei ganz gut. versuch, freundlicher zu sein. versuch, dinge in ihrer zeit zu erledigen. versuch, mit meinem budget klarzukommen. nach den ferien wird das alles ernster, besser, schöner. und: meine angst vor schlimmen krankheiten tritt etwas in den hintergrund.

gesehen habe ich im heimkino: liberace und draußen im echten kino war ich auch, sogar mit michel, a homesman, seit monaten mal endlich wieder raus mit dem liebsten, die kinder zuhause mit babysitter. hach, wenn ich kohle hätte, ich hätte einen babysitter einmal die woche. nur für sowas. eine stunde um den block mit dem kerl.

wir haben in der wohnung 5 kalender fürs neue jahr. das ist ein wenig zuviel. alles geschenke, mit gedichten und popstarbildern und drumherum. ich mag keinen wegtun. ich mag aber das jahr über auch nicht 5 kalender in der wohnung hängen haben.

noch eine angst: der zustand der menschen in der welt. ich verdränge so gut ich kann. ich versuche ein guter mensch zu sein in meiner kleinen welt. ich fürchte, das ist nicht genug. und es fällt mir immer schwerer in supermärkte zu gehen. am schlimmsten sind die billigmärkte. ich denke an die apokalypse dort, es überfällt mich, es ist schlimm, ich kann gar nichts tun. ja, nicht in billigsupermärkte gehen wäre ganz gut. nur: die angst vor einem zusammenbruch, die ist damit nicht weg –

oh, das neue jahr geht ja beschwingt los –

rein raus

guten morgen. das mit dem reduzieren bei laufendem betrieb ist fürn arsch. also ich bin dran, ich kämpfe und räume und allein meine blogposts über die freuden des ausmistens sind mehr als die nachhause geschleppten weihnachtsgeschenke – reduce reuse recycle gefällt mir waaaahnsinnig gut, aber. immer nur mit dingen beschäftigen und sie nachhausetragen, verräumen, umräumen, verändern und am ende rausräumen. irgendwo in arno geigers buch über seinen vater steht: am ende ist alles nur gerümpel. der satz klebt mir im kopf und mahnt mich und doch sitze ich wie ein olchi in meinem verschnuckelten kram herum und werfe die dinge von einer ecke zur anderen. (draussen zieht das leben vorbei)

weiteres beschäftigen mit dingen: meine leselisten. auch fürn arsch. ich glaube das ist ein anderer mensch der diese listen runterlesen würde. also die bücher auf den listen.

jetzt schwirrt mir im kopf eine aufzählung rum wohin ich fahren möchte/werde in diesem jahr – vielleicht sollte ich mal eine kleine reise ins ich unternehmen, was? aber oder

vielleicht werden frankfurt wuppertal wien und ein bis zwei ferne strände mich auch verändern? mich bedürfnislos machen, im hier und jetzt verankern? mit ein klein wenig yoga oder so? nebenher gehe ich noch zum frisör, stricke die seit fünf jahren (ca) geplante strickjacke und werde vom vielen draussensein schön braun. das wird ein spitzenjahr dieses 2015.

 

 

the future

ho, so hiess doch dieser irrsinnig öde film von miranda july oder. miranda july finde ich ohnehin völlig überschätzt. vielleicht ist sie ein vögelchen, eine schrille schöne person, aber was sagt sie mir? nüschte.

momentan habe ich probleme mit the future. ich mag zukunftsfilme ganz gerne und so leicht düstere zukunftsromane auch. und 1984, schöne neue welt, wir, manhattan 2, das land der letzten dinge, hach, tolle romane. verschlungen. lange her. gerade habe ich zwei jugendromane durch, die sich prima runterlesen: susan beth pfeffer: die welt wie wir sie kannten und die verlorenen von newyork und ich bin aufgrund der tollen gestaltung darauf gestossen – und so sehr es jugendromane sind, in denen einiges fehlt, so sehr schüren sie doch meine weltuntergangsangst. he, den film hell konnte ich 5 minuten ertragen und wenn ich an diesen michael hanecke film denke, wo alle unterwegs sind und in einer halle an der bahnlinie hausen – oh ich kann mich mit sowas gar nicht beschäftigen. da werde ich zwanghaft und möchte gleich pläne für notfallkisten machen, mir landkarten, kompass besorgen und kann mich nicht lösen von dem gedanken.

und jetzt liegt beim michel neben dem bett cormac mccarthy the road. lies es bloss nicht! sagt er. ich glaube er hat angst, daß ich demnächst nur noch im kampfanzug mit mundschutz rumlaufe und unsere kammer zum bohnendosenlager umfunktioniere….

einatmen ausatmen

listen. aufzählungen. stichworte. notizen im kalender. postkarten. weil zu längeren texten, oh nur drei sätze aneinander! der lange atem fehlt. ich denke derzeit oft an die die ich war vor jahren. die so ganz anders war als die heute. aber ich komme auch nicht wirklich weiter. dazu habe ich zahnschmerzen und keimende pflänzchen auf dem küchenfensterbrett. der freund räumt die kammer aus und ich finde schätze! theaterprogramm germania tod in berlin, volksbühne 1990. meine diplomarbeit als loseblattsammlung. ein buch: rhethorik der weg zum erfolg und ein alter wasserhahn aus der wohnung in frankfurt. hier aber drei fotos aus england von vor ein paar wochen. schönes wochenende!

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