ach leute

da läuft was schief.

schulbeginn, hamsterrad, day-in day out, warten aufs wochenende –

da motze ich über jammernde hausfrauen mit flexibler teilzeit (10 stunden/woche) und klugen selbständigen kindern dazu, während ich armes ding immerzu knechten muss –

da lese ich irgendwelche romane, die nix bringen und gehe ich in eine buchhandlung habe ich

die hälfte schon gelesen, die hälfte der anderen hälfte gefällt mir nicht und der rest ist mir zu irgendwas

da motze ich noch mehr über jammernde hausfrauen, he, ich hätte gedacht, dass es die in meiner generation und umgebung nicht gibt. aber es gibt sie. in kreuzberg. focus auf jammern und sinnkrise und viel-zu-beschäftigt-sein-um-ausserhalb-des-bioladens und der immerguten eigenen versorgung noch irgendwas zu sehen.

weg. ich. ichichich. ferien waren schon. keinen bock mehr auf dieses hamsterrad. dienstags zu denken, wann fängt das wochenende nochmal an? bitte? ach scheisse, klar, heute ist dienstag. der flexible tag. der schnelle tag. flexible termine, kind um zwei abholen, bäng. fast ein richtiger ausbruch aus der normalität. und trotzdem frustriert. und ich motze über jh?

ob psychomedikamente helfen? vitamin d? neue klamotten? musik? hörbücher? was bitte taugt denn, den alltag so ganz nebenbei mal lässiger zu machen wenn man ein superverkrampfterkontrollhamster ist gerade?

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detox

oh, der frühling! die blasse nase in die sonne halten!

im letzten jahr war ich öfters komisch krank, verwaschene symptome, nix zum im-bett-bleiben, aber auch keine chance auf sport oder schnell mal mit dem rad wohin –

dieses jahr wird das besser. ich tu mehr dinge, die ich tun will und höhöhö überlege mir vorher, was ich denn tun will. nicht immer dieses reinstolpern in fade abläufe. neee. mein neuer job tut mir hier gut. er ist manchmal fast geruhsam, manchmal viel auf einmal. nicht: feuerwehr. nur was mit menschen, da ist das so. abarbeiten geht nur bei manchen vorgängen, andere sind einfach immer da. das, weil ich eben was gelesen habe über jammern von müttern und jammern von über-vollzeit-arbeitenden, ach, ich habe beides satt.

dieses jammern von müttern und dieses kopfschütteln über jammernde mütter.

ich mag mich nicht mehr über gruppen von leuten, die sich eigentlich durch irgendwas, kontostand,  stilfragen, bildung von mir unterscheiden, aufregen. ich habe vor, leute auszublenden, die mir nicht guttun. jammernde mütter, lastenradfahrende, vollzeit-anbetende, hohle nüsse und ewige konsumenten – VORÜBERZIEHENDE. keine bedeutung. geht weiter.

das ist mein detoxprogramm. jenseits von kein zucker, minimalismus hier, bisschen entrümpeln und dann wieder so schöne sachen finden. jenseits von sport treiben, romane lesen, nach england fahren, blumen ziehen und pflanzen umtopfen, ah! mit niemandem reden mit dem ich nicht reden möchte! im internet rum, filmchen kucken, stricken, tee und einfach still sein. spitzenprogramm.

 

eine neue

routine beginnt. schulanfang fürs miamädchen. alles nicht so leicht, nette eltern, ja, immer nette eltern. tolle andere kinder auch, nur die lehrer mal wieder. ich mag das grundsätzliche über lehrer schimpfen garnicht. ich finde es gibt tolle lehrer und auch gute und auch tapfere. lehrersein ist nicht leicht und das können ferien und beamtendasein nicht aufwiegen denke ich. egal. warum haben meine kinder zum schulstart immer solche schrägen vom dasein abgefressene tüpen? hm?

ja, klar, ich kann mich nicht so gut lösen, das weiß ich schon. ich möchte dabei sitzen und sagen: so bitte oder so bitte nicht. das tu ich nicht und ich weine auch nur ein bisschen wenn ich das miamädchen abgegeben habe, wenn etwa ein kilometer zwischen mir und der schule liegt und ein paar stunden bis zum abholen, dann bin ich recht gelassen und mir schmerzt nicht das innere weil ich mich um mein kind sorge. beim abholen wieder. was allerdings jetzt immer der michel getan hat und ausserdem siehste die lehrer beim abholen ausm hort ja nicht. und hort ist ok. gut sogar.

aber schule. mit fachunterricht und so, ab jetzt täglich stundenlang. mit diesen lehrern? das miamädchen lernt da nix vermute ich mal. bisschen hier und da den dingen ausweichen vielleicht. sie ist eindeutig zu, ja was eigentlich? um daraus wirklich gut hervorzugehen. zieht sich zurück und kuckt. das handeln nach ausführlicher beobachtung das kommt bei mia einfach nicht. die gelassenheit von frau modeste die-kommen-doch-alle-irgendwie-durchs-abitur – die habe ich nicht. das miamädchen kommt ohne anschwung geben nicht weit. trotz förderlicher umgebung, nem hammergrinsen und echt voll netten vernünftigen eltern. aber, stop, ich meine die sind sozialarbeiter! sozialarbeiter! was willste da … ?

 

 

the girl next door is

die untermieterin!

also wir hatten mehrere. auch untermieter.

einer hat sämtliche verfügbaren französinnen abgeschleppt, täglich früh sass eine andere hinten bei ihm auf dem fahrrad. er hatte klackerschuhe und war wirklich hübsch. ein anderer war jovial bis zum anschlag, immer anzug, immer guten tag, schönen tag, die allerbesten wünsche. ab und zu kam er zum essen. andere leute erzählten uns, wie toll er kochen kann. wir wurden nie eingeladen. nach seinem auszug sah die wohnung so aus, daß wir sie eigentlich mit einem dampfreiniger….

aber die mädchen. immer so nette.

mal die tochter der cousine aus amerika. die dann aber so einen schrägen freund hatte und echt zuviel gekifft hat. später ist sie ausgezogen, hat in einem imbiss gearbeitet, dort haben wir sie manchmal besucht. sie hatte depressionen, verfluchte den berliner winter und ging zurück nach amerika. eigentlich war sie die lässigste und coolste und angenehmste von allen.

ein anderes mädchen arbeitete in einer kita und hatte sehr wenig geld. da wir bei allen unseren untermietern stets die hoffnung hegten, sie mögen einmal in der saison anbieten, ein bis zwei stunden in der wohnung mit unseren schlafenden kindern verbringen und es nienienie dazu kam, trotz vieler vieler essenseinladungen unsererseits. haben wir also dem kitamädchen die wohnung sehr billig gegeben, sehr billig und sie sollte alle zwei wochen einen abend so von 8 bis 11 auf die kinder. naja, wie ihr euch denken könnt. es kam sehr sehr selten dazu. immer musste das mädchen feiern gehen, hatte besuch zum feiern gehn oder war gerade feiern. dann brach sie sich ein bein. sie fuhr dann zurück nach bielefeld und ließ mehrere einmachgläser mit bunten perlen da.

wieder ein anderes mädchen war auch die tochter von irgendwem und wohnte für umsonst hier. doch, strom hat sie gezahlt. auch sie wollte babysitten. sie gab sich als kinderfreundin und fing sofort an zu singen, und babysprache zu reden, wenn sie kinder sah. am ende musste sie dringend verreisen, wir konnten die wohnung nicht vermieten, weil sie voll war mit ihren sachen und einen babysitter hatten wir auch nicht. das ging alles so schnell, daß wir über diese episode nicht mehr reden konnten, die eltern zogen weg und das mädchen läuft mir manchmal über den weg, kuckt mich kaum an und unterlässt auch das singen wenn sie MEINE kinder sieht. mit anderen läuft das noch.

dann war ein mädchen hier, das eigentlich eine frau war also so anfang dreissig. aber trotzdem viele dinge nicht wußte, die in einem sozialen gefüge so möglich sind. nein sie war sehr klug und beschäftigte sich mit politischen gesellschaftlichen themen und ökoklamotten. sie war sehr nett und lachte viel. wir auch, es gab essenseinladungen und auf-nen-tee. sie hat uns auch mal eingeladen, zum waffelessen, ich klingel dann bei euch, wenns losgeht… die kinder warteten und warteten, sie klingelte nie. wenn es was gab was sie beschäftigte in unserer vermieter-untermieter-beziehung schrieb sie lange mails, die ihre betroffenheit zum ausdruck brachten und ihre ratlosigkeit. mir gehts nicht gut damit habt ihr vielleicht ne idee wie wir das lösen können, dass ich die 100 euro nicht zahlen will? puh. solche sachen.

zur zeit ist ruhe. ein freundlicher mensch (ja, auch ein erwachsenes mädchen), der im ausland war, hier ein suuuuper jobangebot hat und nun darauf wartet, daß er seine riesige dachgeschosswohnung in nordneukölln beziehen kann. ich bin mal gespannt. es gibt keine essenseinladungen von uns, mal auf-nen-tee-ok, aber sonst nichts. keine babysitting-erwartungen, keinen austausch von unpassenden emotionen oder nachrichten. die untermieterin äußert ihre freude darüber, daß sie billig und schön wohnt für zwei, drei monate und

so allmählich überlege ich wirklich ob eine solide airbnb vermietung ein paar wochen im jahr nicht ausreichen würde und irgendwie auch SCHÖNER wäre. oder ob es einfach ausreicht, nicht komm-doch-rein! zu sagen wenn der untermieter oder die untermieterin wegen was in der türe steht. vielleicht wäre auch ein durchbruch von der einen wohnung in die andere & ein kinderzimmer für jedes der beiden kinder was schönes. und mal wieder renovieren. und mit der hausverwaltung rummachen wegen der kosten für irgendwas. hach, die welt ist voller ideen.

sehr verehrte gnädige frau

doris knecht, i love you for your kolumnen. man kriegt so viel zurück lese ich stückweise und dann wieder verschlinge ich welche – es ist ein traum. ein traum! ich will mrs doris knecht zur freundin (nie könnte ich ihr genügen, schon klar) oder bittebitte zur nachbarin! oder im block, oder im gleichen viertel oder die mimis in derselben kita/schule/tanzklub und morgens oder auch einmal die woche immer hallo! sagen!

yes, i’m a fan. (die melodie und singstimme von rummeniggerummenigge what a man!  im ohr) allein zu wissen, daß sie in der welt ist und schreibt für mich mich mich

in der zwischenzeit lese ich weiter und jaja, danach arbeite ich auch was  –

über

IMG_5865der nordsee. vor drei wochen. ja, zurück seit mehr als zwei wochen. einigermassen widerspenstig eingegroovt. eine liste verlorender dinge angefangen, weil durch diese umräumerei in der wohnung und das nicht enden wollende renovieren so viele dinge nicht ihren platz haben und verloren sind.

zur zeit besuch in der wohnung. ein sehr umsichtiger vorsichtiger mensch. mir fällt es schwer gerade. nicht für mich zu sein. für jemanden mitzudenken. couchsurfing, definitiv nicht mein ding.