i’ll never be bastelmutti

es wäre einfacher, ja, einfacher. hätte ich zarte hände mit denen die engelchen für den weihnachtsbasar luftig und zauberhaft gelingen. dann müsste ich mir meine dicken ungetüme jetzt nicht selbst an den baum hängen, weil sie keiner gekauft hat. obwohl, eigentlich sehen sie ziemlich cool aus. nicht nach hingebungsvoller bastelmutti, okeh. aber nach hammer engelenergie.

und heute thema rührteig. fällt das auch unter bastelmutti. ich mag dieses wort. bastelvati, das ist was anderes, ja, danke, ich bin voll im geschlechterszuschreibungsding. mir egal jetzt. ich backe IMMER die kuchen für geburtstag und so weiter. und ich mag backen nicht. es strengt mich an. der süsse geruch auch. und ich kann ausser käsekuchen einfach nix. heute: verschiedene rührkuchenrezepte. rührkuchen ist waterloo in my kitchen. ein schokodings was muffins werden sollten und dann fettige krümel wurde und mit mehl und noch sachen dann ein trockener schokokuchen, schulklasse, geht klar, hier habt ihr euren schokokuchen. und für die allergiker was mit banane und habvergessen was noch. ein kleiner fladen. einzig der zitronenkuchen ging ganz gut. er ist viel zu süss und obwohl ich die schale von vier zitronen und massig saft drin habe, schmeckt er einfach nur süss. aber lecker sieht er aus, immerhin. hortleute, ich mag euch, hier zitronenkuchen. ich mach gleich noch mal eben eine glasur mit viel zitrone oder soll ich gleich gelbe farbe nehmen, damit das mal knallt und nicht so ökig daherkommt alles. ach. das hilft nichts. backen macht mich fertig.

ob die dankbarkeit ob der süssigkeit im unterricht der kinder ausreicht, dass sie diese kuchen essen ist fraglich. ach je. ich könnte jetzt noch ein bisschen rumjammern aber eigentlich möchte ich weiter blogs von jungen feministischen strickenden müttern lesen. ist miles away von meiner lebenswelt oder besser einige jahre trennen uns. ach mist, nee, der zuckerguss wartet. und das bett ruft. beeetty! ein wenig hört es sich an als würde das bett sich selbst rufen. also heute abend ist hier echt was los –

hallo dezember!

WP_20160525_13_02_26_Prodiese rot-grüne dekoration allüberall geht mir auf die nerven.

tannenzweige okeh, wachskerzen, flackernde lichtlein, jaja, alles in ordnung.

zum glück regnet es heute und ist ganz mild. und ist ganz normal draussen. nicht so brrr, ende des jahres, wir freuen uns, schauen zurück, sind voller zuversicht, ohne hoffnung, mit vergnügen, kauflustig, oder unlustig so allgemein. bäääääh! dezember! geh schnell bis zum letzten tag, mit sekt und knallern. ich freu mich drauf!

 

nur so

kram. ganz schön. ich schleiche dieser tage leicht depressiv, schlechtgelaunt durch die strassen aber dann stimmt mich ein sonnenaufgang wie heute früh doch irgendwie mild und froh. fröhlich wäre zu viel. eher sanft. und ein bisschen langsam. komm ich eben zu spät. laufe ich noch einmal durch die wohnung, die so schön ist, weil mal wieder ausgemistet, geputzt und umgestellt. und das licht dazu! gehe ich doch unter die dusche, weil das duschgel so fein duftet und ich genau so in den tag möchte. nach draussen, in die mich etwas überfordernde welt.

ich lese ein gar wunderwundervolles buch: thomas espedal: wider die kunst. was ein hammer. iris radisch hat eine schöne kritik geschrieben in der zeit über ein andres buch von ihm, das kommt als nächstes dran. diese sprache ist so schön und klar und bewegend, ich könnte weinen vor glück bei manchen sätzen. erinnere mich an gedichte von john berger und eine lesung mit ihm, wo er sich auf einen stuhl gestellt hat. ich weiss nicht mehr weshalb.

und jetzt raus, ein wenig nach unten kucken, nur auf meinen weg, summen.

 

seufzen und die frage

was eigentlich tröstet. es ist nichts schlimmes passiert. ich habe nur ein vorstellungsgespräch verhauen und den job eben nicht bekommen. ich wusste, dass nach diesem gespräch keiner mir einen job anbieten würden und doch musste ich erstmal heulen, als heute die absage kam. alle um mich herum haben nach dem gespräch gefragt: wie war das gespräch. auf meine antwort, oh, je, das habe ich so verhauen, schlimm wars. kamen beschwichtigungen, die sehen das anders und du bist so und so rübergekommen, wart es mal ab, das wird…. usw. auch auf meinen einwand: wir müssen da gar nicht drüber reden, es ist schade, es ist ok. kamen wieder diese beschwichtigungen. brrr. keiner hat gesagt, scheisse, sowas geschieht manchmal, weisst du warum? oder: mensch, du hättest den job wirklich gerne gehabt, was. einfach nur meiner aussage glauben schenken. glauben, dass ich ein vorstellgespräch verhauen kann und enttäuscht sein kann darüber. dass das manchmal so geht.

hallo november

IMG_2982du grauer! das jahr ist schon ganz ausgeleiert und verschleiert das nun sanft mit grau und niesel und den letzten fallenden blättern. ich bin ein bisschen müde, allem und warte auf das christkind. ab jetzt. um mich herum sind manche schon im winterschlaf. ich warte.

es wird dunkler. vielleicht auch geheimnisvoller und irgendwie schöner zuhause. die wohnzimmer-rumpelkammer entpuppt sich als zauberladen. das minibad als…

na was nur.

ich finde den november fad und blöd. es ist anlauf auf den dezember auf den ich mich nicht freue.  weil dort geburtstage, weihnachten und kinder und arbeiten immer durcheinandergehen, es eine irre planung ist und weil im dezember –

na was nur.

dazu kommt immer aufregen im strassenverkehr. und über manche lehrer. beides fruchtlose angelegenheiten, frustrierend.

hallo november, ich wollte was schönes schreiben. neue strickjacke bald fertig. mit netten leuten zu tun gehabt im oktober. eine neue lieblingsjeans, eine alte levis, ausgegraben. eine freundin hat geheiratet, noch im oktober und ich habe ein wenig downton abbey gekuckt und gedacht, das ist doch genau wie upstairs downstairs. das war damals so ein oma ding, die hat das gekuckt. mich amüsiert. ein paar neue bücher habe ich auch, ich lese aber kaum. michel sagt, das täte mir gut. ich finde das nicht. hilft aber nix. abends zu müde, tagsüber keene zeit. tschüs oktober, du hast mich schon auch genervt.

ah november. noch hängt mir das kranksein in den knochen. november du gähnst mir entgegen und siehst aus wie ein oller strumpf ohne gummi und mit abgewetzter ferse.

 

früher

war da ein edeka drin. so ein an-der-ecke-hat-alles-edeka. voll bis unters dach mit sachen. irgendwann zog auch ein bisschen bio ein und landliebe, die hermes paketversandstation. viele chipssorten gab es und alle zeitschriften. das war wie aufm dorf, auch mit den verkäufern dort. die kannten alle, es wurde mal gequatscht, mal nicht. ich dachte zuweilen, wie schön, diese kleine welt kann von der gentrifizierung des viertels voll profitieren. endlich kommt mal nicht nur heiner fürs bier und und omma wegen diesem und jenem. alles wird gekauft und immer was los.

über nacht war dann der laden weg. komischerweise sah ich plötzlich die eine verkäuferin, die bei edeka gegenüber wohnte, auch nicht mehr auf der strasse wie sonst immer frühmorgens. weg.

es wurde saniert und aus dem schrammeligen alten edeka wurden drei läden. ein TADAAA! eisladen. ein irgendwas dazwischen und ein laden für australische kosmetik. ganz cool und minimalistisch kommt der daher. die leute im kiez sind ja nicht blind und nicht faul, also immer wieder: steine schmeissen auf die schaufenster! der kosmetikladen reagiert nun mit dem einbau von rolläden. der dazwischen, was immer das ist, ist meist geschlossen. und ach, der eisladen lieblieblieb! hat gar nichts abbekommen? warum eigentlich? eisläden sind das letzte! eine kugel für 1.30, kinder kommt aber nonono kinderkugel! aber, ja, bunte streusel umsonst. oh, bunte streusel. ich würde gerne eine hasskampagne starten: mit heizgeräten in eiscontainer strahlen. oder so. stinkbomben.

hier gibt es eisläden, da wirste irr. laden nummer 1: ich brauchte nen job und ne verdienstmöglichkeit, da dachte ich he, nen eisladen, vier wochen kurs und jetzt stelle ich meinen immer-motzfresse-freund hinter die theke, der braucht auch was zu tun. und ach, kohle, supi jetzt. california pops, yes, caprieis für leute, die zwofuffzig für ein eis, ach, ich lasse es mit dem genöle, es gibt zu viele eisläden hier im viertel. ja, es gibt viele die eis mögen, das eis ist gut, lecker, sieht schön aus, es erfüllt alle anforderungen. es gibt viele kinder die eis mögen und die eltern die bäh-kratzeis! sagen und ihrem kind lieber das gute geben wollen. mir hängt das ganz schön aus dem hals. dieses alles besser & feiner und so ausgesucht und lieblieblieb bunte streusel! umsonst!