vor den ferien ist nach …..

neeeneee, es ist eins a VOR den ferien. die kinder langweilen sich zwar täglich zu tode, aber michel und ich sind voll in der mühle. bald, aber bald, gibt es freie zeit auch für uns und wir fahren ins grüne und dort bleiben wir. egal wie das wetter ist, keine flucht in die stadt. erst zu ende der ferien wieder.

ich möchte gedanken spinnen und ein paar kluge sachen lesen, jenseits von stimmungskram und eindrücken von diesem und jenem. auch in keinen moody fotostrecken das leben anderer bewundern. neenee, keine kiste, nur ein altes lahmes smartphone für den notfall. geil. glaubt eigentlich jemand dort draussen den ganzen hippen mormonenfrauenblogs, dass sie am wochenende ohne kommunikationselektronik unterwegs sind? und wem helfen sprüche an der wand (auf postern oder karten) WIRKLICH? mein spruch über dem bett, da war ich in den zwanzigern und er war gesprüht, lautete: you must go and i must stay. ich fand den gut und hilfreich. ich schlief auch besser damit. genau, ich finde nur gesprühte sprüche gut, oder so richtig mit farbe auf die wand. postkarten und poster sind für… andere.

und nee, das sind nicht die gedanken, die ich in den ferien in meinem kopf haben möchte. oder vielleicht, na, egal. ich war im kino, es war toll: THE PARTY. super film. das schwarzweiss hat mich etwas irritiert. sonst aber: eins a. das aus dem stadtleben. noch ein paar stichworte: steuer, krankenkasse, unordnung, nachbarn, öffentlicher personennahverkehr…. himmel, freu ich mich auf die ferien –

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der müde juli

vor den ferien ist das immer so sagt der michel. nur von einem zum andern und keine zeit zum innehalten. ach, ich weiss nicht, ich habe das gefühl es ist immer immer so. gerade finde ich mich nicht so gut in meinem leben.

im juli gabs viel besuch, sonne, alte t-shirts, barfusslaufen und blasen laufen mit den bunten sandalen, ach, sie sind aber doch so schön –

wenige aber zauberhafte tage im grünen, selbstgesäten salat pflücken und essen und von mücken stechen lassen. müdes lesen langatmiger romane. eine freundin kam vorbei und sagte, ich muss sofort wieder gehn ich bin so müde. wir gähnten ein wenig miteinander.

im juli habe ich viel gekramt. ich habe das lebensverändernde brot gebacken und gedacht, wenn das leben in diese richtung verändert wird, dann ist das mir zu fad. also dann will ich lieber das leben das ich habe. weil, das brot schmeckt echt langweilig. wie ein fader nussriegel ohne zucker, mit zuviel sonnenblumenkernen. überhaupt: ein brot, lebensverändernd? diese übertreibungen und absolutheiten nerven mich. auch die amerikanismen. auf der penny einhorn tüte steht: do awesome things. ich stehe an der kasse bei penny in schöneberg irgendwo. eine frau ruft die warteschlange entlang: was heisst denn WESOHMEE? was heisst denn das? sie muss mehrmals rufen, bis ich merke dass sie mich meint. ich kaufe die einkaufstüte, weil sie hellblau ist und wegen des einhorns, der spruch do awesome things ist naja. brrrr. ich mag diese sprüche nicht: nutze den tag, tu mehr von dem was dich ankotzt, sei so glücklich, sei so froh…. amerikanische predigergehilfensprüche sind das für mich. mir fremd, sehr. eigentlich. und doch begegnen sie mir im alltag immerzu.

eine neue zeitschriftenliebe: die süddeutsche familie & kind. allein das letzte kinderheft war ein knaller, echt. kind 1 und 2 streiten sich regelmässig drum und rufen ICHICHICH.

getan, tja, was eigentlich? gelacht und unter halsschmerzen gelitten. supergesund gegessen und espadrillen und eine sonnenbrille gekauft. wenig gelesen.

im august, also bald, will ich gymnastik oder pilates machen, heimlich, beides am besten. strickwolle kaufen und was anfangen. einen schal oder so. mal wieder ins kino und mal mit dem michel ohne kinder sein. weiter daran arbeiten ein besserer mensch zu sein (ohne amerikanische romane und ohne sprüche), die füsse in einem duftenden sprudeligen fussbad. dazu musik, portishead portishead. alte vorhaben über bord werfen. oder zu neuen machen.

und immer blumen vom wegesrand.

 

 

 

hier: blumen vom wegesrand

nach dem film the hours (vor jahren) war ich völlig irr mit blumen. einen sommer lang standen überall einzelne blüten, kleine töpfe, lose sträusse. der blumenladen dort ist völlig wahnsinnig. hier findet sich nichts vergleichbares. eher kleine blumenläden, durchaus hübsch. vielleicht gibt es ja nette, ich kenne nur die doofen. also blumenverkäufer und verkäuferinnen. sehr selten bekomme ich hilfestellung beim zusammenstellen eines strausses. es ist eher so: schau hin darum stehen sie hier die blumen! und entscheiden musst du dich schon selbst! also gehe ich irgendwann mit ein paar blüten, gras und kraut nachhaus und mindestens eine der drei blüten ist am nächsten tag welk –

egal jetzt.

daher blumen vom wegesrand. this weeks beauties: wicken. wilde möhre und rainfarn.

grinsekatze

ha, heute früh grinsen trotz unaufhörlich meckerndem kind, tausend mal um den block fahren ohne einen parkplatz zu finden wo das auto den tag über stehen kann. auch jetzt, stimmung: zuversicht. hell. gestern im bett vorm einschlafen kurz auf der arte website absolutely fabulous entdeckt, mein absolute favourite in den neunzigern – ich habe michel gezwungen doch ein paar minuten mit mir anzuschauen, äääh, neunziger! bekam ich zur antwort. er schaute gähnend die ersten minuten und ich konnte spüren dass er es einfach nur affig fand und dann – lagen wir minutenlang laut lachend im bett, beide konnten wir nichts ausser uns die bäuche halten vor lachen.

ich liebe edina und patsy. sie allein können machen dass ich heute breit grinsend durch den tag gehe

ach son paar termine

  1. arbeit
  2. kinder bringen, abholen, ins bett bringen
  3. kindertermine (ergo, sport, ärztinnen)
  4. einkaufen, kochen
  5. elternabende, arbeitskreise, gruppen
  6. erziehungsberatung, pädagogische gespräche drumherum
  7. freunde aus anderen städten, die zu besuch kommen
  8. arbeitsvorbereitungen und alltagsorganisation, absprachen
  9. freunde, theater, cafe, kino, spazieren
  10. sport, fernsehn

also einige dinge kommen nicht in jeder woche vor (punkt 9 und 10) und die zahnärztin gibts auch nur einmal im monat, im wechsel mit kinderärztin dann und wann. mir ist es, so habe ich heute als eine freundin (punkt 7) am abend mit beim essen saß und ich weiss, dass übermorgen dasselbe mit anderen freunden stattfinden wird und – so habe ich heute festgestellt, dass es mir insgesamt gerade viel zu viel reden ist. immer reden. Zur problemlösung, kontaktanbahnung, kontakt halten, alltägliche dinge organisieren – es wird immerzu verlangt, dass wahre befindlichkeiten, erkenntnisse, gedanken, ideen aus meinem munde sprudeln. ich erinnere mich an eine freundin von sehr lange her, mit der ich viel zusammen war. sie redete sehr viel. wenn wir uns nicht sahen, sprachen wir ein wenig am telefon. sie hatte eine sehr helle stimme und konnte sehr schnell reden. und sie vertrat die ansicht, dass fremde, also alle ausser einer handvoll von leuten, nur etwa drei bis vier geschichten verdienten. schallplatte nannte sie das. eine seite. vier lieder. diese dinge, geschichten, erkenntnisse hatte sie parat, sie erzählte sie flüssig, freudig und schön. und hielt sich damit ganz schön viel vom leib damals, das klappte irgendwie.

ich habe den eindruck, ich muss etwas anders machen. nur was – all diese termine und verabredungen scheinen so unausweichlich, so wichtig, so nicht-zu-verschieben. da streiche ich dann am ehesten die zeit mit freunden, theater, kino, ausgehen weg, auch weil mir das am ende eines tages (punkt 1-8) dann oft wirklich zuviel ist. ans telefon gehe ich abends auch so gut wie gar nicht.

durch mehr ausgehen usw. wäre gut, das ahne ich.

in der zwischenzeit seufze ich so vor mich hin und gebe gleich mal eltern erschöpfung in die suchmaschine ein –

juni süsser juni!

es ist sommer, es ist so sehr sommer kaum zum aushalten! kirschen, in badelatschen aus dem haus, erdbeeren, wieder eine scheussliche sonnenbrille, schwüle und gewitter. allein im freibad war ich noch nicht. jahreszeiten sind ein geschenk. manchmal ist das punktuelle erleben wie ein gruss aus dem jenseits „wieviele sommer noch?“ und manchmal bringt es süsse erinnerung, eine ahnung wie das war als kind mit einem endlosen sommer (winter, herbst, frühling).

der juni bringt mir dieses mal einen eins a unbelasteten reinen sommer. kaum flashbacks, nur süsses verweilen im jetzt. es ist toll. ich werde heute dinge tun, die ich noch nie getan habe, hier: was machst du eigentlich den ganzen tag in 17 fotos und uhrzeiten schreiben. oder am nachmittag joggen. meine steuer ohne murren machen. vielleicht auch: ein kleid nähen. jared diamonds arm und reich weiterlesen. angefangen habe ich es schon dreimal, aber weitergelesen habe ich noch nie.

ach, erst mal ein schläfchen. ein süsses sommer schläfchen, begleitet von vogelgezwitscher und den mülleimerleerenden nachbarn. danach kaffee und dann wieder ein wenig vom sommer schwärmen. und lilett mit holunder und sekt trinken. ah! heute ein kind machen und es dann juni nennen im april.

na, jetzt erstmal die augen zu.