aprilwochenende

ach, ich wünsche mir eine kamera. durch die gegend streifen und fotos machen. das käme meinem derzeitigen lebensgefühl ganz nah. vergänglichkeit, wachsen und blühen. alleinesein und kucken, kurz innehalten und weiter.

ein paar tage frei und draussen gewesen. alleine mit den kindern, ohne michel. und drei tage mit michel und jetzt drei tage ohne alle. ich habe das gefühl, auf drogen zu sein, irgendwelchen, die den blick schärfen und ein bauchgrummeln geben, leise angst und helle aufregung bei äußerer maximaler ruhe. das gefühl ist nicht wirklich gut, aber es führt irgendwohin ahne ich. zu neuer erkenntnis – hmhmhm. in der zwischenzeit notiere ich sätze auf einem zettel, der immer neben dem küchentisch liegt. vielleicht  komme ich einfach einen schritt weiter im kopf, das wäre schon was. weil sich was? ändern muß.

neu ist: ich lese wenig. ab und an (seit wochen) lese ich zwei drei seiten in max frischens berliner tagebuch und denke, daß ich ihm altersmässig näher komme. früher ist mir zuweilen so eine behäbigkeit, eine bürgerlichkeit & das protestantische aufgestoßen. den gantenbein habe ich aus dem badezimmerfenster geworfen einmal. aber das ist lange her. vielleicht war er mir behäbig nur in den geschichten? nun habe ich mir ein märz und ein aprilbuch gekauft. und bin ganz scharf drauf. also: vielleicht ändert sich das wenig lesen heute noch?

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muddiwochenenden

so voll so anstrengend so turbulent so kinderlastig die wochenenden sind, montags merke ich, dass sie mir gut tun. weg vom job und der täglichen routine. alles hängen lassen, bis nachmittags nicht mal in den spiegel gekuckt haben und noch im schlafanzug. als ich noch mehr gearbeitet habe, keine kinder hatte, empfand ich das nicht so. wochenende, super, lange schlafen. alles andere ging ja auch während der woche. ausgehn z.b..

oh, ich gestehe, ich mag die wochenend berichte auf den muttiblogs mit fotos von lebensmitteln die verzehrt werden sollen (gerne grüne kiste) oder ner angezündeten kerze. lieber als die urbanen styler mit ihren kaffeetassenfotos. tja, frage: zu welcher gruppe gehöre ich?

heute, montag, ist das schönste wetter, mild und die straßen nass vom regen, jetzt noch ein lauer wind und ein paar wolken… kaffee und dann los in die spitzenwoche!

 

mein herz an dinge hängen

weil dinge bleiben und nicht so vergänglich sind wie z.b. der sommer. stilleben arrangieren und innehalten. dabei aber: immer weniger haben wollen und nicht abhängig sein von dingen. mit leichtem gepäck durchs leben gehen. was sind die fünf wichtigsten/schönsten dinge, was würde ich mit auf eine insel, was könnte ich nie einfach so weggeben…. solche fragen stelle ich mir beim entrümpeln und finde mich doch zwischen so vielen dingen, die nicht wesentlich aber in ihrer gesamtheit gut für mich sind. ein bücherstapel. alte zeitschriften. zig schleichtiere auf der fensterbank (mit denen keiner spielt). olle vasen die nur für ganz bestimmte blumen gemacht sind. steine, runde, ovale und fein gemaserte, von denen ich nicht mehr weiss woher ich sie habe, einen karton voller sachen, die bei jedem umzug in genau diesem karton geblieben sind –

ich lass es einfach so. ich krame mal nicht, ich räume nicht, ich arrangiere nix. ich schiebe die bücherstapel von links nach rechts und lege sie dann unten ins regal. ich kaufe fünf grosse runde holzkugeln. ich finde sachen schön unabhängig von ihrem nutzen. und ich höre mal endlich auf mir nur über kram gedanken zu machen. ab jetzt.

 

so ein fortwährender nerv

sind mittlerweile mottoplakate. seit vor einiger zeit keep calm and carry on entdeckt wurde gibts nun alle möglichen appelle auf allen möglichen alltagsgegenständen. das ist schlimmer als diddl mäuse. ja ich würde eine diddl tasse einer motto tasse vorziehen, ganz bestimmt. ich habe mal in einem call center gearbeitet, da gabs tassen auf denen stand schwungvoll keep smiling, weil wir alle am telefon lächeln sollten. jetzt gibts plakate und karten vorzugsweise auf englisch, vermute aus amerika eigentlich mit lebe dein leben! überlege nicht lange! finde heraus was du gerne – blablabla. da muss ich an michael endes unendliche geschichte denken das ich als frühpubertierende ganz schön fand, tu was du willst, jaja, was willst du denn, finde heraus was du willst und dann…. diese mottodinger kommen so schlau und schick daher und finden sich überall. mich erinnern sie an fernsehprediger oder an literatur für vorpubertierende. da lob ich mir einen ordentlichen schlecht übersetzten glückskeksspruch. oder das muttis raus von um die ecke.

gestern

war ich wo ich war und heute bin ich wo ich sein möchte –

IMG_2408IMG_2415schwimming. palmen. alleine.

der erste kaffee seit einer woche. heute früh bin ich hausfraulich und dann wird hier bürobüro gespielt.

an vorhaben für das neue blanke jahr gedacht und einen schokokuchen gebacken. in blogs rumgelesen, dort die jahresrückblicke und wünsche fürs neue jahr. schön fand ich einen post unter dem titel MEHR und habe schwer geseufzt beim rückblick bei slomo.

ich muss mich nochmal hinsetzen und tun als sei es der letzte tag im alten jahr oder der erste im neuen und mich und die dinge sammeln und sortieren. schauen was ist und was ich gerne hätte, was ich tun und umsetzen möchte von all den dingen – tischdecke nähen, okeh, das verschiebe ich jetzt schon zugunsten steuererklärung, badewanne, café und rumtelefonieren –

heyhey bastelmutti & ein sparplan

eine süsse nachbarin hat gestern eine tüte voller bastelsachen abgegeben. papier und kram. ich bastle so wenig. zwangsweise mal mit den kindern. irgendwas. neulich eine laterne in der kita. aber stricken hehe! seht selbst: das haben 100 folgen greys anatomy und ein abwesender freund gemacht:

die puppendecke ist endlich fertig, einen schal für mich gibts auch und einen schlumpelpulli für kind zwo. tolle schlumpelwolle im wollladen für billig gefunden.

thema zwei: sparen. puh. nach meinem letzten buy nothing month, also echt nothing ausser lebensmittel und ner monatskarte habe ich mich, na, mein miesesmieses konto sich etwas erholt und ich kann wieder leichter atmen. zigarette.

sparplan: bis ende des jahres wird das kaufen reduziert, d.h. alles wird aufgebraucht. alles. nudelvorräte, zahnpasta. cremetiegel leergewischt. ungelesene bücher gelesen. und im neuen jahr dann: produkte reduzieren. shocking wieviel kram ich besitze und in der wohnung von hier nach da räume und denke: vielleicht hat das ding irgendwann seine sternstunde-

soweit die vorhaben für den rest des jahres: stricken, joggen, reduzieren. und irgendwann auch mal: basteln.

schönes wochenende!

hm.

kalt ists (kühl, ok) und die wollsachen sind mottensicher verkramt. ich fühle mich überfallen, die räder sind platt, das eine schon zum zweiten mal und nun steht der radrest irgendwo an einer bushaltestelle und wird wohl demnächst zusammengetreten oder auseinandergeschraubt – wie das radresten eben so ergeht hier. aber ich muss raus, naja, wegen der arbeit und dann kommt diese renovierung dazu die sich zieht, weil ich nix tu und zettel von der schule: notbetreuung! keine notbetreuung! es ist alles gar nicht schlimm, ich arbeite teilzeit und flexibel, keiner ist krank, es sind nur zwei kinder – und doch erinnert mich das an den beginn von anstrengenden zeiten. kind krank, termin nicht zu verlegen, hin und her und immer denken, was ist jetzt wichtig?

heute ist termin und termin und dann mal die tapete runter im schlafzimmer und abends mit der freundin ins theater und aufatmen. entspannt. gekocht ist schon und ein rad läuft und meine nase auch, egal.

vielleicht kuck ich einfach zuviele blogs mit wohnwelten derzeit. denke: wenn du zeit hast in und für und mit so einer wohnwelt, dann sieht dein leben anders aus. sooo viel heller und schöner. und dann: mag ich mein leben nicht? habe ich schlechte laune? einen dicken kopf vom schnupfen? also:  das wohnwelten ankucken einfach sein lassen, verlangsamen, zu fuss gehen und aufs radfahren verzichten und das wochenende über dicke socken stricken.